"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Mächtig im Weg"

BZÖ-Obmann Peter Westenthaler hat sich politisch selbst ruiniert.

Wien (OTS) - Normalerweise ist der Chef einer Partei auch deren Frontfigur im Wahlkampf. Dass das Peter Westenthaler für das BZÖ nicht sein wird, war bereits vor dem gestrigen Richterspruch klar. Eine Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage in erster Instanz ist keine Wahlempfehlung. Das weiß auch Jörg Haider, der um den Wiedereinzug seines orangen Bündnisses ins Parlament kämpft.
Dass ihm Westenthaler dabei mächtig im Weg ist, richtete er diesem einen Tag vor dem Prozess aus: "Eine kleine Sensation" werde die orange Nummer 1 sein.
Westenthaler sieht sich wieder einmal als Opfer. Zumindest offiziell nicht als jenes Haiders, sondern als eines der Justiz. Es werde versucht, ihn "systematisch umzubringen und zu ruinieren", weil er den Mächtigen im Weg stehe. Eine kuriose Ansage für den Obmann einer Vier-Prozent-Truppe.
Westenthaler hat sich mit seinem Verhalten in der "Prügel-Affäre" politisch selbst ruiniert. Das sollte er sich eingestehen und zurücktreten. Er könnte mit einer Auszeichnung von dannen ziehen. Sein Generalsekretär Grosz empfiehlt ihm ja, das Urteil "wie einen Orden am Revers zu tragen".

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