Matznetter zu AUA: Plötzliche Eile in Richtung 100-prozentige Privatisierung nicht nachvollziehbar

Keine vorschnelle Entscheidung gegen österreichische Interessen treffen

Wien (SK) - "Wenn die heute vorgelegten Bilanzzahlen der AUA stimmen, dann kann ich die plötzlich ausgebrochene Eile in Richtung 100-prozentiger Privatisierung nicht verstehen", sagte Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Wie könne es sein, dass die AUA alleine das Dreifache des erwarteten Jahresverlustes für 2008 (70 bis 90 Mio. Euro) an liquiden Geldmitteln habe und das Management gleichzeitig verkündet, dass jetzt dringend Entscheidungen zu treffen wären, weil das Unternehmen ansonsten seinen Betrieb nicht mehr in vollem Umfang aufrecht erhalten könne. Diese Argumentation sei einfach nicht nachvollziehbar, da gebe es Erklärungsbedarf, so Matznetter. ****

Bei Verlusten von 60 Mio. Euro im 1. Quartal sei von einer Stand-Alone-Lösung der Airline geredet worden. Im 2. Quartal sei dann ein höherer Gewinn (11,7 Mio. Euro) eingeflogen worden als im gesamten Jahr 2007, der Ölpreis habe sich ein wenig stabilisiert und die AUA habe zu 100 Prozent gehedged. "Und jetzt ist plötzlich von einer Privatisierung bis zu 100 Prozent die Rede", so Matznetter weiter. Noch dazu sei völlig unklar, welche Ziele mit dem Unternehmen in den kommenden Jahren verfolgt werde. "Wir wollen alle Daten und Fakten am Tisch haben. Die SPÖ wird sicherlich keine vorschnelle Entscheidung gegen österreichische Interessen treffen", sagte der Staatssekretär.

Einmal mehr betonte Matznetter die Bedeutung der AUA für den Wirtschaftsstandort Österreich. Dabei erinnerte der Staatssekretär an die Aussagen führender österreichischer Manager, die ihre diesbezügliche Sorge zum Ausdruck bereits mehr als deutlich zum Ausdruck brachten. Günter Geyer von der "Wiener Städtischen" sagte etwa: "Wir spulen rund 1.000 Flüge im Jahr nach Osteuropa ab. Wenn es diese Schnellverbindungen nicht mehr gäbe, müssten wir den Standort Wien in Frage stellen". Andreas Treichl von der "Erste Bank" sagt:
"Aus meiner Sicht ist das wichtigste Asset der AUA das dichte Netz direkter Flugverbindungen nach Mittel- und Osteuropa. Wir hoffen als Unternehmen, das stark in CEE engagiert ist, dass man Destinationen in der Region nicht über einen Zwischenstopp in München, Zürich oder Moskau anfliegen muss". (Schluss) ah/mp

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