Industrie für nachhaltige standortpolitische Maßnahmen

IV-Vize-GS Koren: Internationale Leitbetriebe forcieren - Warnung vor ideologischen Kraftausdrücken des ÖGB - Für Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsmarktöffnung

Wien (OTS) - (PdI) Für zielgerichtete AMS-Qualifizierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Behebung der Fachkräfte- und Nachwuchsproblematik sowie einen qualifizierten Zuzug, ein wettbewerbsfähiges Steuersystem sowie eine industrieverträgliche Umweltpolitik sprach sich der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Peter Koren anlässlich des Sozialpartner-Treffens bei Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein aus. Man dürfe sich vor allem angesichts der Dynamik in den neuen EU-Mitgliedstaaten nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müsse weiter konsequent und nachhaltig standortpolitische Maßnahmen in diesen Zukunftsbereichen setzen. Die Industrie trete gleichzeitig für ein Mehr an Europa ein und verstehe sich als "Anwältin des Standortes sowie Ideengeberin und Treiberin der Politik", so Koren.

Zu Standortentscheidungen international tätiger Unternehmen sagte Koren, vor ideologischen Kraftausdrücken der Arbeitnehmervertreter in Richtung dieser Betriebe sei nachdrücklich zu warnen. Aussagen wie die jüngsten des ÖGB "stellen lediglich ein schlechtes Signal an potenzielle Investoren dar und sind daher international kontraproduktiv". Verlagerungstendenzen müssten aber als "eindeutiger standortpolitischer Handlungsauftrag von allen Beteiligten verstanden und entsprechend durch Strukturmaßnahmen gehandelt werden".

Vor diesem Hintergrund umso erforderlicher sei eine Forcierung der internationalen Leitbetriebe in Österreich, betonte Koren. "Die 103 im Auftrag der IV jüngst untersuchten österreichischen Leitbetriebe kooperieren mit rund 95.000 Zulieferbetrieben, 87 Prozent davon sind KMU - im Durchschnitt kooperiert jeder Leitbetrieb somit mit ca. 1.000 Zulieferbetrieben. Diese Betriebe stehen für eine generierte Wertschöpfung von 35,27 Mrd. Euro oder 15 Prozent der österreichischen Bruttowertschöpfung Österreichs. Sie sind für 459.000 Arbeitsplätze oder elf Prozent der Gesamtbeschäftigung verantwortlich, wobei 164.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt in den Unternehmen beschäftigt sind, und 295.000 'außerhalb'".

Klar sprach sich der IV-Vize-Generalsekretär für weitere Privatisierungen aus. "Wir fordern weitere sinnvolle Privatisierungen auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene." Der prinzipielle Vorzug von privatem vor staatlichem Eigentum bedeute jedoch nicht, dass Privatisierungen nur des Prinzips willen erfolgen sollen - "wir stehen auch hier für Augenmaß", betonte Koren.

Zur aktuell höheren Inflationsdynamik in Österreich sagte Koren, diese habe zu rund zwei Drittel internationale, aber auch hausgemachte Gründe. "Höhere Inflationsraten unterstreichen jedenfalls das Erfordernis von Strukturreformen auf nationaler Ebene:
Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Wettbewerb, insbesondere im Bereich der Dienstleistungen. Also: Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung für den Erhalt bzw. die Steigerung der Kaufkraft. Bestes Beispiel: Der funktionierende Telekommunikationsmarkt", so Koren. Die Industrie wende sich "klar gegen populistische Aktionen und Hüftschüsse wie etwa das Vorziehen der für 2010 paktierten großen Steuerreform. Es gilt, das Problem an der Wurzel zu packen." Was Österreich hingegen beispielsweise nicht brauche, sei eine staatlich verordnete Überwachung der Lebensmittelpreise.

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