Wirtschaftstreuhänder sind skeptisch gegenüber AK-Vorschlag Preissteigerungen bei Handelsunternehmen untersuchen zu lassen

Wien (OTS) - Die AK hat als Reaktion auf die Preissteigerungen vorgeschlagen, dass ein Wirtschaftstreuhänder die Preise für die Sachgüter Brot, Teigwaren, Milch, Käse, Butter und Öle im Hinblick auf die internationale Entwicklung untersucht. Die AK erhofft sich Aufschluss darüber, ob mögliche Preisabweichungen auf einer ungerechtfertigten Preispolitik beruhen könnten.

"Natürlich wären Berufskollegen in der Lage ein entsprechendes Gutachten durchzuführen", bestätigt Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. "Wir sind jedoch skeptisch, ob daraus hilfreiche Schlussfolgerungen gezogen werden können." Die AK schlägt eine eingehende Untersuchung der Kalkulationsgrundlagen der Unternehmen vor. Hier sehen die Wirtschaftstreuhänder das Problem:
Eine Kalkulation beruht auf der unternehmerischen Planung. Es gibt keine Normen, wie Unternehmensgewinn, Risikozuschlag, Verwaltungsgemeinkosten, Löhne und Gehälter oder andere kalkulationsrelevante Kriterien zu bemessen sind.

Die Wirtschaftstreuhänder befürchten, dass das legitime Anliegen der Inflationsbekämpfung zu einer Beschränkung der unternehmerischen Freiheit führen könnte. Ein Unternehmer sollte nicht gezwungen werden, seine Kalkulationsgrundlagen offen zu legen. "Wollen wir dann zum Schluss kommen, dass ein Produkt billiger sein könnte, wenn der Unternehmer weniger für Werbung, Einkauf, Gehälter oder ähnliches ausgegeben hätte? Eine Gebühren- und Verwaltungsentlastung sowie eine durchdachte Steuerreform zur richtigen Zeit würden hier wesentlich mehr Erfolg versprechen", meint Hübner.

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