INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH - Initiatoren und Stakeholder ziehen Zwischenbilanz

Wien (OTS) - Namhafte Repräsentanten der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH ziehen Bilanz über die letzten fünf Monate, in denen mehr als 400 ExpertInnen, rund 170 Unternehmen und Organisationen sowie mehr als 35 Vorstände und Geschäftsführer führender IKT-Unternehmen in über 60 Gesprächs- und Sitzungsrunden umfassende Vorschläge erarbeitet haben, die - ausformuliert als österreichische Internetdeklaration - ab Herbst 2008 Grundlage für eine österreichische IKT-Strategie sein werden. Die Entscheidung zur Neuwahl des Nationalrats am 28.September berührt den Prozess der Erarbeitung der österreichischen Internetdeklaration in keiner Weise.

Kein Einfluss der Neuwahlentscheidung

Die Neuwahlentscheidung der Regierung wird keinerlei Einfluss auf die Arbeit der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH, d. h. auf die Erarbeitung einer österreichischen Internetdeklaration, haben. "Es ist davon auszugehen, dass eine der beiden großen Parteien auch in Zukunft Regierungsverantwortung tragen wird. Daher halten wir uns bei der Erstellung der österreichischen Internetdeklaration voll an den gemeinsam mit den beiden Schirmherren definierten Zeitplan und werden - wie ursprünglich geplant - professionell und pünktlich das gemeinsame Papier an die neue Regierung übergeben", meint dazu Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard Österreich.

Idee, Arbeitsprozess und Ziele der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH

Gestartet wurde die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH im März 2008 unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer. Die Initiative stellt einen Schulterschluss aller IKT-Stakeholder aus Unternehmen, Interessensvertretungen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen dar. Gemeinsam erarbeiteten sie in den letzten Monaten Vorschläge für eine landesweite IKT-Strategie, um Österreich erfolgreich unter den führenden IKT-Nationen zu positionieren.
"Bei vielen Grundsatzfragen zum österreichischen Telekom-Markt konnte ein breiter Konsens hergestellt werden. Das wichtigste Ergebnis für Österreich ist - davon bin ich zutiefst überzeugt - der gemeinsame Einsatz für eine Modernisierung der bestehenden Telekommunikationsnetze. Das bedeutet, dass durch das nähere Heranführen von Glasfaser zum Kunden Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s erzielt werden können. Alle Beteiligten sind der Ansicht, dass ein Next Generations Network nur unter Einbeziehung aller maßgeblichen Akteure aufgebaut werden kann: sei es durch eine neutrale Netzinfrastrukturgesellschaft oder den gemeinsamen Ausbau durch alle Marktteilnehmer.", so Dr. Robert Hackl, CEO von Tele2 Austria.

Das grundlegende Ziel der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH war und ist die Erarbeitung einer österreichischen Internetdeklaration, die im Anschluss den zentralen politischen Akteuren überreicht wird. Die österreichische Internetdeklaration entspricht einem Maßnahmenkatalog, der als Grundlage dafür dient, Österreich in den kommenden Jahren einen Spitzenplatz im Ranking der Top-IKT-Nationen zu sichern. Als eine dafür notwendige Maßnahme nennen die Mitglieder der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Koordinierung aller österreichischen IKT-Maßnahmen. In diesem Zusammenhang zeigt sich der Generaldirektor von Alcatel-Lucent Austria, Mag. Harald Himmer, optimistisch: "Wir hoffen, dass viele Maßnahmen so rasch als möglich umgesetzt werden - zum Beispiel die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Koordination aller österreichischen IKT-Maßnahmen."

Drei Phasen auf dem Weg zur Deklaration - Internet als Instrument für politische Willensbildung

Der Erarbeitungsprozess der österreichischen Internetdeklaration erfolgte sowohl über die Internetplattform www.internetoffensive.at als auch in sechs regelmäßig tagenden ExpertInnen-Arbeitskreisen unter Einbeziehung der Ergebnisse der IKT-Task Force und des IKT-Masterplans. Über die Internetplattform konnten sich sowohl alle TeilnehmerInnen der Arbeitskreise (Unternehmen, Interessensvertretungen und wissenschaftliche Institutionen), als auch Private, die einen engen Bezug zum Thema IKT haben, am Prozess beteiligen. Insgesamt haben sich rund 400 ExpertInnen an der Erarbeitung beteiligt. Noch nie zuvor haben sich alle wesentlichen Stakeholder der IKT-Branche zusammengeschlossen, um gemeinsam das Internet gezielt als Instrument der politischen Konzeptionierung zu nutzen. Jede Erarbeitungsphase der ÖSTERREICHISCHEN INTERETDEKLARATION wurde online abgebildet, um so einer Vielzahl an ExpertInnen die Beteiligung zu ermöglichen.

Die Erarbeitung der bisherigen Grundlage für die Deklaration gliederte sich in drei Phasen:

In Phase I (Start Mitte März 2008 bis Ende April) wurden in jedem Lebensbereich die Themen, die die Schwerpunkte der Internetdeklaration bilden, formuliert und die wichtigen Leitfragen beantwortet.

In Phase II (Anfang Mai bis 13. Juni 2008) fanden die Workshops zu den einzelnen Lebensbereichen statt. Im Anschluss daran erfolgte die Konsultation der gesammelten Ergebnisse aus den Workshops und den Beiträgen der ExpertInnen und der interessierten Öffentlichkeit.

In Phase III (16. Juni bis 18. Juli 2008) wurden die bis dahin erzielten Ergebnisse und Maßnahmen nach ihrer Wichtigkeit und Machbarkeit bewertet. Die priorisierten Maßnahmen werden nun mit den österreichischen Entscheidungsträgern diskutiert.

Einige der priorisierten Maßnahmen sind:

  • Die Durchführung von Informationskampagnen um das Bewusstsein der Bevölkerung für eine erhöhte IKT-Nutzung zu stärken.
  • Die gezielte Vermittlung von Medienkompetenz - innerhalb aller Generationen und sozialer Schichten - im Umgang mit und der Nutzung von IKT.
  • Die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Koordinierung aller künftigen österreichischen IKT-Maßnahmen.
  • Die wirksame Förderung der Verbreitung von IKT in den österreichischen Klein- und Mittelbetrieben.
  • Die Etablierung interdisziplinärer Strategien, Leitprojekte und Best Practice Modelle zur Schärfung des Profils der österreichischen IKT-Forschung.
  • Die Implementierung und Förderung lokaler Initiativen für einen barrierefreien Zugang aller Bürger zur IKT-Kulturtechnik.

Breites Bewusstsein für die Chancen von IKT schaffen

Die Initiative hat es sich - über die Erarbeitung der Deklaration hinaus - zum Ziel gesetzt, sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch bei den österreichischen Unternehmen, die gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Dimension von IKT nachhaltig im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, Vorbehalte abzubauen, Chancen aufzuzeigen, den selbstverständlichen Umgang mit neuen, hochattraktiven Internet-Anwendungen zu fördern und letztendlich Österreich einen Spitzenplatz in der Durchdringung und Nutzung von IKT zu sichern. Eine zentrale Maßnahme, die zur Erreichung dieses Ziels notwendig sein wird, ist laut Ing. Mag. Rudolf Fischer, Generaldirektor Telekom Austria TA AG, ein gezieltes Förderprogramm, das Klein- und Mittelbetrieben ermöglicht, mehr in IKT zu investieren: "Die Statistiken zeigen, dass in den österreichischen Klein- und Mittelbetrieben weitaus weniger Geld in IKT investiert wird als in größeren Betrieben. Eine Entwicklung, der man gegensteuern muss, weil sich Defizite in den IKT-Ausgaben nachweislich nicht nur auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen selbst, sondern mittelfristig auch auf die österreichische Volkswirtschaft negativ auswirken."

Als deutliches Indiz dafür wertet Fischer die Tatsache, dass die Schweiz, im Gegensatz zu Österreich, durch koordinierte Maßnahmen im Networked Readiness Index 2007/2008 mittlerweile den dritten Platz (Österreich: Platz 15) belegt, direkt hinter Dänemark und Schweden.

Zukunftschance IKT

Mag. Harald Himmer hält die Überreichung der Internetdeklaration nur für einen vorläufigen Endpunkt. In seinem Ausblick auf die Zeit nach der Initiative formuliert er weiter reichende Erwartungen: "Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH soll Anstoß und Vorbild sein für viele weitere, effizient koordinierte und umgesetzte Maßnahmen. In den Informations- und Kommunikationstechnologien liegen unzählige Zukunftschancen. Es heißt nun: Technologien fördern, Wissen vermitteln, Zugänge schaffen - und den kreativen Ideen der Österreicherinnen und Österreicher, vom Schulkind über die ArbeiterInnen und UnternehmerInnen bis hin zur älteren Generation, freien Lauf lassen."

Kurz-Resümee zu den sechs Arbeitskreisen

In den verschiedenen Arbeitskreisen der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH wurden jeweils zu den Lebensbereichen "Bildung und Generationen", "Gesundheit und Soziales", "Kultur und Medien", "Sicherheit und Konsumentenschutz", "Wirtschaft, Infrastruktur und eGovernment" sowie zu "Wissenschaft und Forschung" Vorschläge erarbeitet.

Ein zentraler Punkt des Arbeitskreises "Bildung und Generationen" ist die zeitgemäße Vermittlung von Medienkompetenz. Darunter verstehen die ExpertInnen die Kompetenz im Umgang mit der aktuellen Informationsflut, die Fähigkeit sich zielgerichtet durch das Netz zu navigieren als auch die neue Rolle der User - als Produzenten von Inhalten - gut zu nutzen. Als Mittel dazu, sollen IKT künftig in allen Unterrichtsgegenständen integriert werden als auch die Schaffung eigenständiger IKT-Projekte in den Schulen weiter forciert werden. Die ExpertInnen des Arbeitskreises "Gesundheit und Soziales" empfehlen die Etablierung eines zielgruppenorientierten Userportals, das durch einfache, nutzerfreundliche und sichere Lösungen eine individualisierte Abfrage persönlicher Daten (z.B. eines Impfregisters) ermöglicht. Im privaten Bereich sollen die Möglichkeiten von IKT-gestützter Homecare weiterentwickelt und gefördert werden, sodass PatientInnen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung betreut werden können. Für die Mitglieder des Arbeitskreises "Wirtschaft, Infrastruktur und eGovernment" hat die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Koordination aller österreichischen Aktivitäten im Bereich IKT Top-Priorität. Diese Stelle kann im Falle neuer Gesetzesentwürfe auf Konformität mit IKT prüfen.

Nähere Informationen zur INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH und den sechs Arbeitskreisen, zu finden unter www.internetoffensive.at.

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