Der Novemberpogrome soll heuer in besonderer Weise gedacht werden

Katholische Aktion unterstützt Plan, am 9. November in ganz Österreich ökumenische Mahnwachen an Orten abzuhalten, an denen vor 1938 eine Synagoge bestand oder heute noch ein jüdischer Friedhof erhalten ist

Wien, 29.7.08 (KAP) Der Novemberpogrome, bei denen vor 70 Jahren die Nationalsozialisten im ganzen damaligen deutschen Machtbereich jüdische Menschen ermordeten und Synagogen niederbrannten, soll heuer in besonderer Weise gedacht werden: Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) beschloss in ihrer jüngsten Präsidiumssitzung, den Vorschlag des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu unterstützen, am 9. November 2008 in ganz Österreich ökumenische Mahnwachen an Orten abzuhalten, an denen vor dem November 1938 eine Synagoge bestand oder heute noch ein jüdischer Friedhof erhalten ist. Dabei soll auch der Tatsache gedacht werden, dass sich die Kirchen und die Christen damals "auch von Gott getrennt" hätten, "indem sie die Untaten zugelassen, ja mitunter unterstützt haben", heißt es in einer Aussendung der KAÖ. Jede Form von Antisemitismus sei Sünde, wie die Kirchen seit der Shoah deutlich erkannt hätten.
In Wien sollen sich die Pfarrgemeinden, in deren Bereich vor dem November 1938 die Bezirkssynagogen standen, mit Mahnwachen am Gedenken beteiligen. Da der 9. November heuer auf einen Sonntag fällt, soll das Thema auch in möglichst vielen Messfeiern angesprochen werden. Der Koordinierungsausschuss stellt dafür Texte und Hintergrundinformationen auf seiner Website bereit, ebenso wie eine Liste jüdischer Friedhöfe und einstiger Synagogen.
Die Katholische Aktion will ihre Mitglieder über das Gedenken informieren und zur Beteiligung motivieren. Das KAÖ-Präsidium beschloss weiters, im Frühjahr 2009 eine Studientagung zum Thema "Widerstand aus religiöser Motivation" durchzuführen. "Widerstand aus religiöser Motivation" sei auch das Thema, das das "Mauthausen Komitee Österreich" (in dem auch kirchliche Vertreter dabei sind) in den Mittelpunkt der nächstjährigen Befreiungsfeiern stellen wird. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Bewerbung einer Wanderausstellung über 51 Märtyrer aus den Reihen der Katholischen Aktion sein, die demnächst in der Linzer Pfarre Marcel Callo zu sehen sein wird, die nach einem selig gesprochenen jugendlichen französischen KAJ-Aktivisten benannt ist, der in Mauthausen ums Leben kam.
Die Katholische Aktion der Diözese Eisenstadt hat in der vergangenen Woche in einem Schreiben an alle Pfarrgemeinden und Bürgermeister im Burgenland dazu aufgerufen, am 9. November in besonderer Weise des 70. Jahrestages der nationalsozialistischen Novemberpogrome gegen die jüdischen Bürger zu gedenken. Die KA rief zu Mahnwachen auf und will - wie es hieß - besonders auch Jugendliche in die Organisation der Gedenkfeiern einbeziehen. Im Burgenland - bis 1921/22 ungarisches Territorium - war die Präsenz der jüdischen Gemeinden stärker als in vielen anderen Teilen Österreichs. (ende)
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