Faymann zu AUA: "Karten müssen auf den Tisch"

Entscheidung über eventuellen Verkauf erst nach gründlicher Faktenkenntnis möglich

Wien (SK) - "Eine Regierung kann nicht nach Zeitungsberichten und Pressekonferenzen entscheiden, sondern muss nach sachgerechten Unterlagen entscheiden. Und die liegen uns nicht vor", betonte der designierte SPÖ-Parteivorsitzende, Infrastrukturminister Werner Faymann am Dienstag in einem Interview im Ö1-"Mittagsjournal" zum Thema AUA-Krise. Schließlich müsse man die Stärken und Schwächen eines Unternehmens kennen, um eine Strategie entwickeln zu können, wie das Unternehmen in einigen Jahren, "mit oder ohne Partner" dastehen soll. "Die Karten müssen auf den Tisch", so Faymann. Von Seiten des AUA-Vorstandsvorsitzenden Alfred Ötsch und ÖIAG-Vorstand Peter hätten sei noch immer nicht deutlich gemacht worden, "wohin sie wollen und wie nach einer Privatisierung die österreichischen Interessen gewahrt werden können."

Er, so Faymann, habe den Eindruck, man wolle eine möglichst schnelle Privatisierung durchbringen "und was nachher kommt, ist eine Überraschung." Faymann stellte klar, dass die SPÖ einem Notverkauf nicht zustimmen werde.

Es sei sinnlos, über eine Privatisierung zu diskutieren, "wenn man gar nicht weiß was nachher ist." Die SPÖ wolle wissen "welches Ziel hat man und wie kommt man dorthin", so der designierte SPÖ-Chef. Wenn Finanzminister Molterer in der Lage sei, dies überzeugend darzustellen, dann werde man zustimmen, "und wenn er dazu nicht in der Lage ist, dann werden wir deutlich sagen, welche Alternativen es gibt." Faymann erwartet von Molterer einen Bericht zur AUA, schließlich sei dieser politisch verantwortlich. Molterer habe zugesagt, den Bericht rechtzeitig zu übermitteln, ohne diese Faktengrundlage "kann man nichts entscheiden". Er sehe aber durchaus Zeitdruck, je früher die Fakten auf den Tisch kommen, desto eher könne man eine Entscheidung im Sinne der Betroffenen treffen. Für ihn sei auch noch eine Entscheidung vor der Wahl möglich, dann müsse aber das Thema AUA aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. (Schluss) sw

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