Graz: Pfarre präsentiert Schicksale hinter Abschiebungsbescheiden

Pfarrer Hermann Glettler fordert "dringend notwendige" politische Kurskorrektur, damit es zu einer "menschlicheren Anwendung der Fremdengesetze" kommt

Graz, 28.7.08 (KAP) Auf die fast immer unbekannten Schicksale hinter den Abschiebungsbescheiden für Asylwerber möchte die Grazer Pfarre St. Andrä am Donnerstag, 31. Juli, mit einer Pressekonferenz aufmerksam machen. Bei der Pressekonferenz im Pfarrsaal werden Personen präsentiert, die vor dem Jahr 2003 mit der Hoffnung auf politisches Asyl nach Österreich kamen, und die jetzt - nach mehr als fünf Jahren - mit dem definitiven Urteil konfrontiert seien, Österreich innerhalb einer knappen Frist verlassen zu müssen. "Wir erwarten Personen mit ihren konkreten Lebensgeschichten und Schicksalen, weil es echte Betroffenheit, die zu engagiertem Handeln führen kann, nur durch konkrete Begegnung gibt", erläuterte Pfarrer Hermann Glettler in der Ankündigung der Pressekonferenz. Es gehe um eine "dringend notwendige" politische Kurskorrektur, damit es zu einer "menschlicheren Anwendung der Fremdengesetze kommt".

Es solle bewusst gemacht werden, dass Österreich mit seiner Abschiebepraxis "Menschen hinauswirft, die sich bereits in unserem Land beheimatet und gesellschaftlich verwurzelt haben", so Glettler. Österreich werde mit der Ausweisung von Personen, die sich hier gut eingelebt hätten, "an menschlichen und kulturellen Ressourcen ärmer".

Die Pressekonferenz findet am Donnerstag, 31. Juli, um 11 Uhr im Andrä-Saal in der Grazer Kernstockgasse 9 statt. Willkommen seien "Vertreter und Vertreterinnen von Medien und politischen Gruppierungen, die sich mit der Tatsache der Abschiebung von Menschen, die unser Land in keinster Weise geschädigt haben, nicht abfinden wollen". (ende)
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