Grüne NÖ: 3. Piste: Zurück an den Start

Stellungnahme der TU-Wien bestätigt falsche Grundlagen der UVE

St.Pölten (OTS) - Eine von der Bürgerinitiative "Plattform gegen die 3. Piste des Flughafen Wien" bei der Technischen Universität Wien in Auftrag gegebene Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Parallelpiste 11R/29L bestätigt, dass die dem Einreichprojekt zugrunde liegenden Prognosezahlen zu nieder angesetzt sind.

"Schon heute können 290.000 Flugzeuge in 12 Monaten am Flughafen Wien-Schwechat starten und landen. Das liegt über dem Wert von höchstens 275.000 Flugbewegungen im 2-Pisten-System, wie das die Flughafen Wien AG (FWAG) darstellt. Die für 2020 von der FWAG prognostizierten 335.000 Flugbewegungen für 3-Pisten können auch mit dem bestehendem 2-Pisten-System erreicht werden", stellt Brigitte Krenn, Obfrau der Plattform gegen die 3. Piste, fest.

Die FWAG setzt alles daran das überdurchschnittliche Wachstum der letzten Jahre weiter fortzuführen. Für die Periode 2009 bis 2015 berücksichtigt der Flughafen in seinen Planrechnungen eine durchschnittliche Passagierwachstumsrate zwischen 5 und 6 %. Die Tarifpolitik der FWAG begünstigt Wien-Schwechat als Umsteigeflughafen und zieht mehr Verkehr nach Wien-Schwechat.

"Die Konsequenzen aus der Wachstumspolitik der FWAG sind mehr Flugbewegungen und damit mehr Lärm- und Schadstoffbelastungen für die Bevölkerung der Region", kritisiert Krenn die Wirtschaftspolitik zu Lasten der AnrainerInnen.

Die TU-Stellungnahme zeigt auf, dass die 335.000 Flugbewegungen, wie sie für das 3-Pisten-Szenario für 2020 prognostiziert werden, viel zu gering angesetzt sind. Vielmehr muss man mit ca. 368.680 Flugbewegungen mit 3 Pisten im Jahr 2020 rechnen.

"Die Flugverkehrszahlen für das 2-Pisten-System als auch für das 3-Pisten-System sind für das Jahr 2020 viel zu gering angesetzt. Diese bilden jedoch die Grundlage für die Fachbeiträge zu sämtlichen Schutzgütern des UVP-Verfahrens wie Lärm, Schadstoffe, Gesundheit und den Straßenverkehr. Die Auswirkungen sind durch höhere Flugverkehrszahlen jedoch viel höher und müssen neu erstellt werden. Damit kann es für das laufende UVP-Verfahren nur heißen: Zurück an den Start!" fordert LAbg. Emmerich Weiderbauer.

Weiters behandelt die TU-Stellungnahme die Maximalkapazität für 3 Pisten am Flughafen Wien-Schwechat und kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2020 noch Kapazitätsreserven für bis zu 150.000 Flugbewegungen bestehen. Das ergibt dann knapp unter 500.000 Flugbewegungen.

"Das sind die Werte und Belastungen, die tatsächlich auf die Bevölkerung zukommen. Mit diesen Flugbewegungszahlen muss das Projekt geprüft werden, um tatsächlich die Umweltverträglichkeit feststellen zu können", fordern Weiderbauer und Krenn gemeinsam.

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