Asylwerber im Kärnten: "Unerträglich, wie man mit Menschen umgeht"

Wiener Caritasdirektor Landau übt Kritik an Kärntner Vorgangsweise im Asyl-Streit

Wien, 24.7.08 (KAP) Aus der katholischen Kirche kommt Kritik an der Vorgangsweise im Streit um die Verlegung von Asylwerbern in der Grundversorgung zwischen Kärnten und dem Innenministerium: "Ich halte es für unerträglich, wie hier mit Menschen umgegangen wird", betonte der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress". "Mit seinem Handeln fügt der Landeshauptmann von Kärnten dem Rechtsstaat in Österreich Schaden zu", so Landau.

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hatte in den vergangenen Tagen zweimal Asylwerber, die im Rahmen der Grundversorgung in Kärnten untergebracht waren, in das niederösterreichische Flüchtlingslager Traiskirchen bringen lassen wollen. Als Grund wurde angegeben, dass die Asylwerber angeblich an Straftaten beteiligt gewesen seien.

In der Nacht auf vergangenen Samstag hatte Innenministerin Maria Fekter eine solche Fahrt, bei der sechs Personen von Kärnten nach Niederösterreich abtransportiert hätten werden sollen, von der Polizei an der steirisch-kärntnerischen Grenze stoppen lassen. Die Asylwerber sind seither in Wolfsberg untergebracht.

Am Dienstagabend wurden dann drei weitere Asylwerber in Kärnten in einen Bus gesetzt und nach Wien bzw. Traiskirchen gebracht - diesmal geheim und von der Polizei unbehelligt. Das Innenministerium veranlasste daraufhin, dass zwei der drei Asylwerber am Mittwoch wieder nach Kärnten zurückgebracht wurden. (forts.mgl.)
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