Familienverband fordert Erhöhung der Familienbeihilfe

Steigerungsrate der Familienbeihilfe entsprach in keiner Weise der Inflationsrate seit 1990

Wien, 24.7.08 (KAP) Einen hohen Wertverlust bei der Familienbeihilfe hat der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) beklagt. Während die Inflationsrate seit dem Jahr 1990 45 Prozent betragen habe, sei die Familienbeihilfe im selben Zeitraum nur um 12 Prozent gestiegen. Der Familienverband fordert eine Erhöhung der Beihilfe um 20 Prozent von monatlich 105,40 Euro auf 126,50 Euro sowie eine jährliche Valorisierung.

"Die letzte Erhöhung der Familienbeihilfe liegt sieben Jahre zurück und betrug 1,80 Euro", erinnerte KFÖ-Vizepräsident Werner Höffinger. Insgesamt betrage der Wertverlust der Familienbeihilfe seit 1990 21 Prozent. Um diesen Verlust wettzumachen und eine "gewisse Schieflage" auszugleichen, sei eine jährliche, gesetzlich festgeschriebene Erhöhung der Familienleistungen erforderlich. Angesichts der jüngsten Kostensteigerungen bei Energie und Grundnahrungsmitteln sei eine Wertanpassung der Familienbeihilfe "längst überfällig".

Die Familienbeihilfe wurde 1955 für unselbständig Erwerbstätige eingeführt und soll dazu dienen, die Mehrkosten für Kinder abzudecken. "Diese Aufgabe kann die Familienbeihilfe aufgrund der Rekordinflation der vergangenen Monate nicht einmal ansatzweise erfüllen", sagte Höffinger.

Der KFÖ beklagte auch eine Ungleichbehandlung von Familien und Pensionisten: Die Mindestpensionen sind durch den Ausgleichszulagen-Richtsatz definiert und werden jährlich per Verordnung erhöht - seit 1990 um nahezu 80 Prozent. "Eine Erhöhung der Familienleistungen wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Pflegegeld oder Bemessungsgrundlagen für Kindererziehungszeiten unterliegt dem politischen Handlungsspielraum und passiert vielleicht vor Wahlen", sagte Höffinger: "Damit werden die Empfänger automatisch zu Bittstellern, und das ist entwürdigend". Familienleistungen seien zudem keine Förderungen im eigentlichen Sinn, sondern dienten dem Belastungsausgleich im Sinn sozialer Gerechtigkeit. (ende) K200806688
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