GPA-DJP: Handelsangestellte dürfen nicht die Zeche zahlen

Kaufkraft durch Gehaltserhöhungen auch für Handelsbeschäftigte stärken

Wien (GPA-DJP) - "Wenn im Handel die Kundenfrequenz rückläufig ist, so liegt das daran, dass die Menschen zu wenig Geld im Börsel haben, da ihnen die Inflation und die Lohnsteuerprogression viel an Kaufkraft kostet. In dieser Situation ist Mäßigung bei den kommenden Lohn- und Gehaltsverhandlungen - wie zuletzt von der Wirtschaftskammer verlangt - widersinnig. Nur deutliche Lohn- und Gehaltserhöhungen können rasch die Inlandsnachfrage beleben und die Kaufkraft erhalten", kritisiert der stv. Geschäftsführer der GPA-DJP, Karl Proyer, anlässlich der Forderungen der Wirtschaftskammer für die kommende Herbstlohn- und Gehaltsrunde.++++
"Auch die rund 500.000 Handelsangestellten und Lehrlinge sind KonsumentInnen. Sie leiden besonders unter den massiven Preissteigerungen. Wenn die Gehaltserhöhungen in der nächsten Gehaltsrunde zu niedrig ausfallen, wird das die Kundenfrequenz noch weiter senken und die Handelsangestellten zahlen die Zeche dann doppelt - einmal als KonsumentInnen über die gestiegenen Preise, ein zweites Mal über die stagnierende und in Wahrheit wegen der Inflation sinkende Kaufkraft", erklärt Proyer.
"Nur eine deutliche Gehaltserhöhung kann rasch und effizient den Kaufkraftrückgang wett machen. Alle anderen Maßnahmen wie z.B. eine Senkung der Mehrwertsteuer können nur langfristig Wirkung zeigen. Außerdem müsste hier sichergestellt werden, dass niedrigere Mehrwertsteuersätze auch tatsächlich an die KonsumentInnen weitergegeben werden und nicht der Gewinnsteigerung der großen Handelskonzerne dienen", so Proyer.
Manfred Wolf, der zuständige Sekretär in der GPA-DJP für den Handel, fügt hinzu: "Wenn Herr Erich Lemler von der Wirtschaftskammer die niedrigeren und mittleren Einkommen tatsächlich entlasten möchte, wie er selbst sagt, so nehmen wir das als Auftrag für die Herbstgehaltsrunde mit. Es wird angemessene Forderungen geben, aber die Beschäftigten werden sicher nicht die Marge des Handels, die gestiegenen Erzeugerpreise und die Zeche für die längst überfällige Steuerreform zahlen. Vor allem die niedrigen Einkommen brauchen dringend eine deutliche Gehaltserhöhung, hier werden wir keine Zurückhaltung üben", sagt Wolf.

ÖGB, 24. Juli 2008 Nr. 437

Rückfragen & Kontakt:

GPA-DJP
Dr. Barbara Lavaud
Tel.: 05 0301-21533
Mobil: 05 0301-61533
E-Mail: barbara.lavaud@gpa-djp.at
http://www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001