Kardinal Puljic zu...(2)

"Vorurteil gegen Serbien abbauen"

Der katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hocevar, hat die Zusammenarbeit der serbischen Behörden mit dem Internationalen Gerichtshof bei der Verhaftung des serbisch-bosnischen Politikers Radovan Karadzic als Zeichen dafür interpretiert, dass sich Präsident Boris Tadic und die Regierung bewusst seien, wie sehr die Menschen in Serbien Einheit, Stabilität und Frieden brauchen. Die Verhaftung von Karadzic sei ein Zeichen dafür, dass man "die Vergangenheit heilen" und sich "der Zukunft öffnen" wolle, sagte Hocevar im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. Hocevar forderte zugleich die Überwindung des "verbreiteten Vorurteils gegen Serbien"; es könne nicht das ganze Volk für die Verbrechen einiger bestraft werden. Es genüge nicht, den Eintritt in die EU zu fördern, Europa müsse der serbischen Bevölkerung auch konkret helfen.

In dem SIR-Gespräch vertrat Erzbischof Hocevar die in Westeuropa verbreitete Ansicht, die Integration in die Europäische Union werde ein wichtiger Schritt sein, um "zu einer inneren Versöhnung und zur Lösung der zahllosen offenen politischen Probleme auf dem Balkan" zu gelangen. Zugleich plädierte der Belgrader Erzbischof dafür, die Verbindung der serbischen Identität mit der "östlichen christlichen Kultur" zu respektieren. Generell sei ein "intensiverer Dialog" zwischen dem westlichen und dem östlichen Europa notwendig.

Hocevar machte darauf aufmerksam, dass sich die Katholiken in Serbien von den katholischen Ortskirchen in anderen europäischen Ländern vergessen vorkommen. Trotzdem würden sie sich intensiv für die Versöhnung, für die Wiedergewinnung der Einheit der Christen und für den Dialog mit dem Islam einsetzen. (ende)
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