Neues Volksblatt: "Wurzeln" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 22. Juli 2008

Linz (OTS) - Der Vorschlag von Jugendministerin Andrea Kdolsky für ein fixes Angebot an Sozialarbeitern in den Schulen ist vernünftig. Der Vorschlag ist vor allem auch Ausdruck dafür, dass man vor den Problemen nicht die Augen verschließt. Und die zunehmende Gewalt im Klassenzimmer ist leider ein Faktum, dem man nicht mit der Floskel "Raufereien hat's immer gegeben" begegnen kann. Man sollte sich freilich nicht dem Trugschluss hingeben, dass mit der Installierung von Sozialarbeitern in den Schulen das Problem gelöst wäre. Die Schul-Sozialarbeiter können vielmehr nur ein Art "psychologische Erste Hilfe-Station" sein, "sozialpädagogische Notärzte", die einschreiten, wenn es zu Gewalt und anderen Zwischenfällen kommt. Nach der "Erstversorgung" beginnt die eigentliche Aufarbeitung des Problems, sei es durch einen Sozialarbeiter, Psychologen oder einen anderen Experten. Eine Aufarbeitung, die weit über den schulischen Bereich hinaus geht. Die sich mit den Wurzeln befassen muss, die vielfach in der Familie liegen werden. Aber nicht nur. Auch mangelnde Zukunftsperspektiven können speziell bei älteren Schülern die tiefere Wurzel einer zur Schau gestellten Gewaltbereitschaft sein.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001