KAV: Anonymer Brief übt Kritik an der Versorgung im OWS

Einrichtungen zur Überprüfung behaupteter Probleme wurden eingeschaltet

Wien (OTS) - Ein anonym verfasster Brief erreichte heute die kollegiale Führung des Wiener Otto-Wagner-Spitals. In dem Schreiben, das von mehreren PatientInnen einer Abteilung im OWS unterzeichnet wurde, werden "eine adäquate fachärztliche Versorgung, eine adäquate therapeutische Betreuung, eine adäquate psychologische Therapie, eine adäquate pflegerische Betreuung, eine adäquate Essensversorgung und adäquate hygienische Zustände" gefordert. Diese seien im Augenblick nicht gegeben. In dem Schreiben wird darüber hinaus die "sofortige Behebung baulicher Mängel" gefordert. Ferner wird in dem Schreiben angekündigt, sollten "diese Forderungen nicht unmittelbar erfüllt werden, werden wir diesen Brief an die APA weiterleiten". Nach Einlangen des Briefs meldete sich ein Patient telefonisch in der Ärztlichen Direktion des OWS und nahm auf diesen Brief Bezug. Univ. Prof. Dr. Heinrich Binder als Vertreter der Ärztlichen Direktion, Pflegedirektorin DGKS Angela Schütz, Oberärztin Dr.in Sandra Weipert als Vertreterin der Primaria und Stationspfleger Hans Müller führten unmittelbar im Anschluss ein persönliches Gespräch mit dem Patienten, um die Vorwürfe konkret zu besprechen. Darüber hinaus wurden seitens des Hauses sämtliche Einrichtungen zur Überprüfung der behaupteten Probleme eingeschaltet.

Zu den Vorwürfen im Detail:

- "Adäquate fachärztliche Versorgung": Auf der Abteilung arbeiten sechs OberärztInnen, zwei FachärztInnen, vier ÄrztInnen in Ausbildung zur FachärztIn für Psychiatrie, ein Sekundararzt im Gegenfach Psychiatrie in der Ausbildung zum Facharzt für Neurologie.

Entgegen der zuletzt kolportierten Vakanz von 15 (Fach-)ÄrztInnendienstposten sind im Juli 2008 7,25 Dienstposten in der gesamten Psychiatrie des OWS nicht besetzt. Der KAV ist umfassend um Nachbesetzung bemüht, die Schaltung von Inseraten in diversen ÄrztInnenzeitungen ist in Vorbereitung.

- "Adäquate therapeutische Betreuung": Die FachärztInnen der Abteilung haben durchgängig eine Ausbildung in Psychotherapie bzw. in Gesprächstherapie und führen diese Therapien auch durch.

- "Adäquate psychologische Therapie": An der Abteilung gibt es drei PsychologInnenstellen à 30 bzw. 25 Wochenstunden. Davon ist eine 30-Stundenstelle derzeit karenziert. Zusätzlich arbeiten dort PraktikantInnen. Darüber hinaus haben die FachärztInnen durchwegs eine entsprechende psychotherapeutische Ausbildung.

- "Adäquate pflegerische Betreuung": An der betroffenen Station sind ausreichend Personalressourcen vorhanden.

- "Adäquate Essensversorgung": An der Station werden fünf Mahlzeiten pro Tag (Frühstück, Mittagessen, Nachmittagsjause, Abendessen und eine Spätmahlzeit) angeboten. Das Frühstück, die Nachmittagsjause und die Spätmahlzeit werden in Buffetform angeboten. Mittagessen und Abendessen werden ad personam verteilt. Durch das Schöpfsystem besteht für die PatientInnen eine große Auswahlmöglichkeit bezüglich Menge und Beilagenvielfalt. Leider kann es vorkommen, dass an manchen Tagen die gewünschte Hauptspeise nicht mehr zur Verfügung steht.

- "Adäquate hygienische Zustände": An der betroffenen Station befinden sich eine Unzahl von Seifenspendern, die von den AbteilungshelferInnen nachgefüllt werden. Ist ein Seifenspender zwischenzeitlich leer, erfolgt die Befüllung durch die MitarbeiterInnen des Pflegedienstes. In der vergangenen Woche kam es zu einem Engpass, der mittlerweile behoben ist.

- "Behebung baulicher Mängel": Entgegen der Behauptung in dem anonymen Schreiben finden sich in der Station an den Decken keine Schimmelpilzflecken, wohl aber verfärbte Flecken an den Deckenplatten, die von einem alten, aber behobenen Wasserschaden rühren. Die strenge Trennung nach weiblichen und männlichen BenutzerInnen in den Nassräumen ist leider derzeit auf Grund der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Wohl aber ist das Verschließen der uneinsehbaren Duschen möglich. Die Toilettenanlagen sind getrennt. Die Renovierung der Station wird entsprechend der Investitionsplanung im heurigen Jahr in Angriff genommen. Ein im Brief beanstandeter defekter Sessel im Raucherkammerl der Station wurde mittlerweile vom Stationspfleger eigenhändig repariert.

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