Gemeinsame Erklärung: 75 Jahre ÖCV, ÖKV, MKV und KÖL

Prinzipien des Katholischen Österreichischen Farbstudententums aktueller denn je

Wien (OTS) - Vor 75 Jahren, nach der Machtergreifung Hitlers und
der Nationalsozialisten im Jahr 1933, wurden weite Bereiche des öffentlichen Lebens in Deutschland "gleichgeschaltet". Davon waren auch die katholischen Studentenverbindungen betroffen, die größtenteils seit dem 19. Jahrhundert in für Deutschland, Österreich und die Tschechoslowakei gemeinsamen Dachverbänden zusammengefasst waren.

Als den deutschen Verbindungen nationalsozialistische Elemente (wie zum Beispiel das Führerprinzip) aufgezwungen wurden, die Katholizität gezwungenermaßen aufgeben werden musste und auch undemokratische Forderungen an die österreichischen Verbindungen gestellt wurden (etwa diejenigen Verbindungsmitglieder, die sich in der damaligen Bundesregierung befanden, auszuschließen) war klar, dass damit gemeinsame Prinzipien und Grundsätze verlassen wurden und dass es für österreichische katholische Studentenorganisationen keine Gemeinsamkeit mit Verbindungen im nationalsozialistischen Deutschland mehr geben konnte.

Daher kam es im Juli 1933 zur Aufkündigung der gemeinsamen Dachorganisationen und zur Gründung eigenständiger österreichischer Verbände: dem Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV) und dem Kartellverband nichtfarbentragender akademischer Vereinigungen Österreichs (ÖKV). Im selben Jahr wurden auch der Mittelschüler-Kartell-Verband der katholischen farbentragenden Studentenkorporationen Österreichs (MKV) und der Akademische Bund katholisch-österreichischer Landsmannschaften (KÖL) gegründet. Alle diese zählen gemeinsam heute ca. 30.000 Mitglieder.

Diese österreichischen katholischen Studentenverbände bzw. -verbindungen waren pro-österreichisch und anti-nationalsozialistisch und wurden deshalb sofort nach dem nationalsozialistischen "Anschluss" Österreichs 1938 verboten. Ihr Vermögen wurde konfisziert, und ihre Mitglieder wurden verfolgt. Von den 150 Angehörigen des ersten sogenannten "Prominententransports" ins KZ Dachau vom 1. April 1938 waren mehr als 10 Prozent katholisch Korporierte.

Zahlreiche Angehörige dieser katholischen Studentenverbände waren auch im Widerstand gegen das NS-Regime aktiv tätig, wobei nicht wenige von ihnen ihren Einsatz für "Gott und Vaterland" ("Pro Deo et Patria") mit ihrem Leben bezahlen mussten. Drei Beispiele seien genannt: der Wiener Kaplan Dr. Heinrich Maier, der Tiroler Widerstandskämpfer Dipl.Ing. Walter Caldonazzi und DDDr. Wilhelm Pieller, der als Kapuzinerpater den Namen Kapistran angenommen hatte. Sie alle haben mit ihrem persönlichen Einsatz am Wiederentstehen Österreichs mitgeholfen. Zu den ersten Opfern des NS-Regimes zählt Dr. Hans Zessner-Spitzenberg, welcher als österreichischer Patriot aufgrund schwerer Misshandlungen bereits im August 1938 im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam. Die vier Verbände gedenken in Ehrfurcht dieser Mitglieder und sehen ihr Vorbild als Verpflichtung, auch weiterhin für ihre Grundsätze: Glaube, Vaterland, Wissenschaft und Lebensfreundschaft, einzutreten.

Cartellverband der katholisch österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV)

Kartellverband katholischer nichtfarbentragender akademischer Vereinigungen Österreichs (ÖKV) Mittelschüler-Kartell-Verband der katholischen farbentragenden Studentenkorporationen Österreichs (MKV)

Akademischer Bund katholisch-österreichischer Landsmannschaften (KÖL)

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