JVP-Kurz fordert die verpflichtende Beratungsstunde vor einer standesamtlichen Eheschließung

Paare müssen sich der vermögens- und sozialrechtlichen Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sein

Wien (OTS) - Ein magisches Datum steht vor der Tür: Der 08.08.08. Wie in den Jahren zuvor werden die Standesämter und Kirchen von Brautpaaren regelrecht gestürmt werden. Ein harmonisches Datum ist allerdings keine Garantie für eine harmonische Ehe. So wird statistisch gesehen jede zweite an diesem Tag eingegangene Ehe wieder geschieden werden. Die Scheidungsrate liegt Österreichweit bei fast 50%, in Wien sogar bei 65%. Das heißt, zwei von drei Ehen in Wien werden geschieden - die meisten in den ersten fünf Jahren.

Eine Ehe besteht aus Höhen und Tiefen, aus guten und schlechten Tagen, dessen sind sich die meisten Paare mehr oder weniger bewusst. Nicht bewusst sind ihnen aber oft die vermögens- und sozialrechtlichen Folgen, die eine Eheschließung mit sich bringt. Eheverträge, Unterhaltsregelungen, Testamente, die Haftung bei gemeinsamen Darlehen - all das sind Themen, mit denen sich ein frisch verliebtes Paar nicht gerne beschäftigt. "Es handelt sich dabei um Tabuthemen, die keiner der Ehepartner von sich aus aufs Tapet bringen möchte, wecken sie doch oft den Anschein, man glaube nicht an die ewige Liebe", meint Sebastian Kurz, Landesobmann der Jungen ÖVP Wien. Spätestens dann, wenn es mit der ewigen Liebe aber doch nicht geklappt hat, folgt das böse Erwachen. Auch Dr. Gerhard Benn-Ibler, Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages berichtete in einer Aussendung aus der Praxis, dass die Probleme, die eine Trennung einer Ehe- oder Lebenspartnerschaft mit sich bringen kann, für viele Menschen sehr belastend und im schlimmsten Fall sogar Existenz gefährdend sind.

Kinder als Scheidungsopfer

Eine Scheidung bringt aber natürlich nicht nur finanzielle, sondern auch seelische Probleme mit sich. Noch mehr als das Paar leiden oft die Kinder unter einer Trennung der Eltern. 20.000 neue Scheidungskinder gibt es jedes Jahr und viele von ihnen haben als Folge der Scheidung der Eltern mit psychischen und schulischen Problemen zu kämpfen. "Mit der Eheschließung übernimmt ein Mensch nicht nur für sich die Verantwortung, sondern auch für das Leben des Ehepartners und der gemeinsamen Kinder. Darüber sollte man sich im Klaren sein", meint Sebastian Kurz.

. Verpflichtende Beratungsstunde für zukünftige Ehepaare

Die Junge ÖVP Wien fordert daher eine verpflichtende Beratungsstunde bei einem Notar, bevor der Weg aufs Standesamt beschritten wird. Die unangenehme Aufgabe des Ansprechens von vermögensrechtlichen Themen wird dem Brautpaar in diesem Fall vom Notar abgenommen. Außerdem hat das Paar die Möglichkeit, Fragen zu Erb-, Kindschafts- und Unterhaltsrecht zu stellen und entgeht damit unter Umständen verheerenden finanziellen Fallen. Als Beispiel: Die wenigsten Menschen wissen etwa, dass in einer kinderlosen Ehe im Todesfall auch den Eltern und den Geschwistern des Verstorbenen Erbteile zustehen, wenn kein Testament gemacht wurde. Ein individuell auf das Paar abgestimmtes Gespräch vor dem Notar kann vor bösen Überraschungen schützen und macht die Tragweite der Entscheidung bewusst.

Sebastian Kurz abschließend dazu: "Wir halten es für gut, wenn sich zwei Menschen dazu entschließen, füreinander die Verantwortung zu übernehmen. Allerdings muss sich jedes Paar, das sich entschließt zu heiraten, auch des Ausmaßes der Verantwortung bewusst sein. Eine Scheidung kann und soll nicht der Notausgang aus der Ehe sein."

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