Creditreform Firmeninsolvenzstatistik 1. Halbjahr 2008: Mehr Firmen insolvent

Anstieg bei den eröffneten Firmeninsolvenzen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Insolvenzstatistik von Creditreform für das 1. Halbjahr 2008 bestätigen, dass die Zahl der Insolvenzeröffnungen bei Unternehmen wieder angestiegen ist (+4,7%, 1.585 Fälle). Da die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge weiter stark zurückgingen (-10,2%, 1.624 Fälle), sank die Zahl der Gesamtunternehmensinsolvenzen um 3,4% auf 3.209 insolvente Unternehmen.

Als Hauptinsolvenzgrund sind nach wie vor Managementfehler sowie Kapitalmangel zu nennen. Aber auch die steigenden Rohstoff- und Energiepreise sowie steigende Kreditzinsen dürften bereits erste Auswirkungen gezeigt haben.

Das Bundesländerranking

Den größten Zuwachs an Unternehmensinsolvenzen verzeichnete im ersten Halbjahr 2008 das Burgenland (+40,7%, 128 Fälle). Auch in Kärnten (+15,1%, 229 Fälle) und der Steiermark (+9,0%, 437 Fälle) kam es zu einer Zunahme an Firmeninsolvenzen. Den größten Rückgang konnten Salzburg (-15,9%, 206 Fälle) und Niederösterreich (-14,8%, 491 Fälle) verbuchen.

Für einen objektiven Vergleich hat Creditreform eine Insolvenzquote (Anzahl der Insolvenzen je 1.000 Unternehmen) errechnet. Demnach herrschte in Wien (11,6 Fälle je 1.000 Unternehmen) und im Burgenland (10,8 Fälle je 1.000 Unternehmen) die höchste Insolvenzbetroffenheit. Auch in Kärnten (9,5) und der Steiermark (8,8) war die Insolvenzquote relativ hoch.

Das Branchenranking

Die relativ am stärksten betroffene Branche ist das Bauwesen (506 Insolvenzen, +1,0%). In diesem Bereich gingen immerhin knapp 21 von 1.000 Unternehmen in Insolvenz. Ebenso ist die Branche "Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" mit 16 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen stark insolvenzgefährdet. Die stärksten Rückgänge verzeichneten die Branche "Unternehmensbezogene Dienstleistungen" mit Minus 19,8% (auf 792 Fälle) und die Branche "Sachgütererzeugung" mit Minus 12,9% (auf 183 Fälle).

Auswirkungen der Kreditkrise

Für die österreichischen Unternehmen dürfte sich im 1. Halbjahr 2008 eine Trendwende abzeichnen. Der Zuwachs an eröffneten Unternehmensinsolvenzen könnte das Ende des über zwei Jahre währenden Rückganges der Firmeninsolvenzen bedeuten. Grund dafür waren die steigenden Rohstoffpreise und Kreditkosten für den Mittelstand. Auch die starke Exportabhängigkeit und die Finanzmarktkrise mit immer neuen bankrotten Finanzinstituten in den USA spielen eine Rolle. Das tatsächliche Insolvenzgeschehen bestätigt das Ergebnis der KMU-Befragung von Creditreform im Frühjahr 2008: Vor allem das Dienstleistungsgewerbe (95,5% der befragten Unternehmen) befürchtete ein Überschwappen der Krise auf den heimischen Markt. Insgesamt waren sich 84,7% der österreichischen KMU sicher, dass sich die Kreditkrise auf die hiesige Wirtschaft auswirken würde. Eine große Anzahl an Unternehmen (45,1%) hat bereits festgestellt, dass die Kreditzinsen angestiegen sind. Sie rechnen für die Zukunft damit, dass die Banken sowohl höhere Sicherheiten verlangen (41,1%), als auch die Kreditwünsche intensiver prüfen werden (33,9%). Immerhin jedes 4. Unternehmen befürchtet steigende Kreditzinsen. Bisher noch nicht ausgewirkt hat sich die Kreditkrise auf das Verhalten der Lieferanten - 62,7% der befragten KMU registrierten keinen Unterschied zum Vorjahr. Bei der Gewährung von Lieferantenkrediten ergab sich ein ambivalentes Bild: 43,3% der Befragten haben ihr eigenes Verhalten nicht verändert, während 40% angaben, vorsichtiger geworden zu sein. Zu den Zukunftsaussichten meint Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: "In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist der Risikomanager noch mehr gefragt. Der stete Blick auf die Kennzahlen und die Bonität sowohl des eigenen Unternehmens als auch auf die des Geschäftspartners kann vor Forderungsausfällen schützen und die eigene Liquidität erhöhen. Professionelles Risiko- und Forderungsmanagement ist somit ein Gebot der Stunde."

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