Benedikt XVI. traf mit Missbrauchsopfern zusammen

"Begegnung in einem Klima des Respekts, der Spiritualität und großer Bewegung"

Sydney, 21.7.08 (KAP) Kurz vor seiner Abreise aus Australien ist Papst Benedikt XVI. am Montagmorgen mit einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester zusammengetroffen. Vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 40 und 50, nahmen an der Frühmesse des Papstes in der Kapelle im Cathedral House teil. Nach der Messe habe Benedikt XVI. mit jedem einzelnen gesprochen; er hätte ihnen seine Verbundenheit bekundet und das gesagt, was er wiederholt öffentlich zu diesem Drama des sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche erklärt habe. Die Begegnung habe "in einem Klima des Respekts, der Spiritualität und großer Bewegung" stattgefunden, so Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ. Sie sollte nach Abschluss des Weltjugendtags, dem eigentlichen Anlass der Papstreise, stattfinden.

Am Ende der Messe sprach der Papst einige Minuten mit jedem einzelnen und richtete Worte der Anteilnahme und der Unterstützung an sie. Im Umfeld verlautete, eine Frau habe geweint. Die Betroffenen hätten den Papst gebeten, Familienfotos und Rosenkränze zu segnen.

Bei den "supporters" der Opfer handelte es sich um psychologische und therapeutische Begleiter aus dem kirchlichen Bereich, nicht um Vertreter von Opferverbänden wie "Broken Rites". Nach vatikanischen Informationen war auch Anthony Foster, der Vater zweier Töchter, die als Jugendliche nacheinander von ein und demselben Priester missbraucht worden waren, nicht unter den Teilnehmern. Eine Tochter nahm sich später das Leben; die andere wurde alkoholabhängig und ist heute nach einem Umfall schwerbehindert. Jones hatte in den vergangenen Tagen besonders vehement ein persönliches Gespräch mit Benedikt XVI. verlangt.

Wie schon bei seiner USA-Reise im April waren in den australischen Medien die Missbrauchs-Skandale in der Kirche ein starkes Thema. Bei einem Gottesdienst mit den Bischöfen des Landes hatte der Papst am Samstag Sexualvergehen an Minderjährigen scharf verurteilt. Den Opfern und Angehörigen sprach er sein persönliches Bedauern für ihre Leiden aus. (forts mgl)
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