Marek: Forschungs- und innovationsintensive Wissensgesellschaft sichert internationale Wettbewerbsfähigkeit

Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin eröffnet abschließendes Forum des "Österreichischen Forschungsdialogs"

Wien (BMWA-OTS) - "Die Förderung und Entwicklung einer forschungs-und innovationsintensiven Wissensgesellschaft hilft, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen und europäischen Volkswirtschaft zu sichern", sagte Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek heute bei der Eröffnung des abschließenden Dialogforums zum "Österreichischen Forschungsdialog" in der Industriellenvereinigung. Einerseits werde das Wachstum der Arbeitsproduktivität gestärkt, die eine unabdingbare Voraussetzung für die Konkurrenzfähigkeit des Produktionsstandortes darstelle, andererseits werde die Position im globalen "Wettbewerb um die besten Köpfe" verbessert. "Denn wir brauchen Talente, um unsere Kreativität, Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit an die sich rasch wandelnden Rahmenbedingungen zu stärken", so Marek. Unter dem Motto "Das 3 Prozent-Ziel und das Potential einer innovativen Beschaffung" wurden beim "Österreichischen Forschungsdialog" Themen wie "Forschung- und Innovation als Standort- und Wettbewerbsfaktor" oder "Einschätzungen und Feedback der Industrie zum Standort Österreich" diskutiert.

Marek wies in ihrem Eröffnungsstatement darauf hin, dass Österreich gut unterwegs sei, das Ziel der "Lissabon-Strategie" für Wachstum und Beschäftigung zu erreichen, nämlich bis 2010 den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) am Bruttoinlandsprodukt (BIP) an drei Prozent heranzuführen. "Österreich ist, was die erfolgreiche Expansion der F&E-Ausgaben und die Orientierung hin zu einer wissensintensiven Wirtschaft betrifft, eines der führenden Länder der EU", so die Staatssekretärin. Seit 2002 sei nicht nur die Ausgabenquote für Forschung und Entwicklung von damals 2,12 Prozent auf 2,63 Prozent im laufenden Jahr angestiegen, sondern auch andere Output-Indikatoren wie Patente oder europäische Trademarks. Die Expansion der Finanzierungsvolumina in den letzten Jahren sei sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor beeindruckend gewesen: So expandierten die öffentlich finanzierten F&E-Aktivitäten (Bund und Bundesländer) von 1,53 Milliarden Euro 2002 auf ca. 2,59 Milliarden 2008 (Globalschätzung; +69,3 Prozent) und die vom inländischen Unternehmenssektor finanzierten Aktivitäten von 2,09 Milliarden Euro auf 3,65 Milliarden Euro (+74,6 Prozent).

"Ein derart ausgewogener Mix von öffentlichen und privaten F&E-Aktivitäten ist als eine wichtige Voraussetzung für eine effektive Förderung des Wirtschaftswachstums zu begrüßen", sagte Marek. Öffentlich finanzierte Grundlagenforschung schaffe eine Wissensbasis für unternehmerische Innovation in einer Vielzahl von Bereichen und sei aus einem wettbewerbsfähigen Innovationssystem nicht wegzudenken. Dem gegenüber sei private F&E normalerweise "näher am Markt" und stelle damit sicher, dass F&E nicht an den Bedürfnissen der Nachfrager/innen bzw. Konsument/innen vorbei betrieben wird.

Österreichische Forschungsförderung - ein guter Mix von direkter und indirekter Forschungsförderung

"Durch einen breiten Mix von direkter und indirekter Forschungsförderung wurden die Rahmenbedingungen am Standort Österreich deutlich und nachhaltig verbessert", fuhr Marek fort. Die heute präsentierte WIFO-Studie habe sowohl die Wirksamkeit der steuerlichen F&E-Förderung als auch die Wirksamkeit der direkten projektbezogenen F&E-Förderung für eine Erhöhung der F&E-Quote im Unternehmenssektor bestätigt.

Innovationsfördernde Beschaffung

In ihren Ausführungen nahm Marek auch Bezug auf die Chancen und Möglichkeiten, die sich aus innovationsfördernder Beschaffung ergeben. "Die öffentliche Hand kann und soll als 'intelligenter' oder als Referenzkunde bei der Vergabe von Aufträgen verstärkt als Motor für Innovationen fungieren und auch zur Entwicklung von sogenannten 'Lead Markets' beitragen." Unter Federführung des Wirtschaftsministeriums sei daher der praxisorientierte Leitfaden "procure_inno" für ein innovationsförderndes Beschaffungswesen erstellt und an die wichtigsten Bedarfsträger sowie an alle Gemeinden und Städte in Österreich verteilt worden. Der Leitfaden zeige insbesondere für die Politik und die Beschaffungsebene (Bundes-, Länder- und Gemeindeebene) auf, wie Innovation im Zusammenhang mit Beschaffung zu sehen und welche Handlungsfelder damit verbunden seien. Er gebe aber auch eine konkrete Handhabe, wie die Bestimmungen und die Instrumente des Vergaberechts für Innovation eingesetzt und genutzt werden können und welche Instrumente des Vergabewesens sich besonders für die Innovationsstimulierung eignen, ergänzte Marek. Die Resonanz darauf sei überwiegend positiv gewesen. In weiterer Folge, so die Staatssekretärin, wäre es zweckmäßig, Pilotprojekte zur innovationsfördernden Beschaffung zu unterstützen, um konkret zu sehen, welche Herausforderungen zu meistern sind bzw. mit welchen Fragestellungen die Akteure konfrontiert werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit werde dieses Thema weiter bearbeiten, so Marek abschließend.

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