Silhavy: E-Government auf Bedürfnisse älterer Menschen abstimmen

Pressekonferenz der Statistik Austria zur Computer- und Internetnutzung in Österreich: Ergebnisse 2008.

Wien (OTS) - Staatssekretärin Heidrun Silhavy nahm heute, Montag, an einer Pressekonferenz der Statistik Austria über die jüngste Erhebung zur Computer- und Internetnutzung in Österreich teil. Peter Hackl, Fachstatistischer Direktor der Statistik Austria, präsentierte gemeinsam mit Nina Djahangiri von der Direktion Bevölkerung die neusten Zahlen. Die Ergebung im Auftrag von EUROSTAT und Bundeskanzleramt wurde im Februar und März 2008 durchgeführt. Hochgerechnet wurden Daten von 5.300 Haushalten bzw. 11.000 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren.

Die Ergebnisse der Telefoninterviews zeigen, dass immer mehr Haushalte über Computer, Internet- und Breitbandzugang verfügen:
Hatten im Jahr 2002 nur 49% der österreichischen Haushalte einen Computer, so sind es 2008 bereits 76%. Noch deutlicher ist der Anstieg bei Internet und Breitband: Der Anteil der Haushalte mit Internetzugang stieg 2002 bis 2008 um 35 Prozentpunkte auf heute 69%, jener mit Breitbandanschluss um 45 Prozentpunkte auf 55%. Zugenommen hat auch die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer: 76% der Personen zwischen 16 und 74 Jahren nutzen den Computer, 71% nutzen das Internet. Wobei die Erhebung ergab: Junge nutzen das Internet deutlich stärker als ältere Menschen und Männer eher als Frauen. Bei jungen Menschen wird allerdings nahezu eine Geschlechterparität erreicht. Deutlich wird auch ein geringes Stadt-Land-Gefälle: Die höchste Computerdichte und meisten Internetzugänge verzeichnen die Wiener Haushalte.

Staatssekretärin Silhavy bezeichnete es als eine Aufgabe der Politik, auf die vorhandenen alters- und geschlechterspezifischen Disparitäten zu reagieren: "Eine erste Konsequenz haben wir aus den Ergebnissen vom Vorjahr bereits gezogen. Es wurde eine Fokusgruppe eingerichtet, die alle Angebote des E-Government auf ihre Anwenderfreundlichkeit für ältere Menschen hin überprüft. Wir müssen unsere Dienstleistungen im Internet so gestalten, dass sie auch von der älteren Generation gut angenommen werden können". Gleichzeitig sei Silhavy auch die Einbindung der Jugend ein wichtiges Anliegen: "Der online-Amtshelfer help.gv.at soll verstärkt junge Menschen erreichen. Daher haben wir das Projekt "jugend2help" gestartet, um die für Jugendliche relevanten Themen herauszufiltern und entsprechend aufzubereiten." Aufgabe der Politik sei es außerdem, auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Computer- und Internetnutzung zu reagieren: "Hier gilt es, die noch bestehende Kluft künftig besser zu überwinden", so Silhavy.

Die aktuelle Befragung geht auch auf die Zwecke der Internetnutzung ein. Dabei rangieren Kommunikation, Informationssuche, Internet-Banking und E-Government ganz oben auf der Beliebtheitsskala. 47% der Internetnutzerinnen und Internetnutzer wickeln Bankgeschäfte online ab, 55% nutzen E-Government Angebote. Silhavy freute sich, dass bereits einige Banken eine Nutzung der Bürgerkarte beim online-Banking ermöglichen: "Es ist uns gelungen, mit diesen Banken durch den Einsatz der Bürgerkarte mehr Sicherheit für die Kundinnen und Kunden anbieten zu können". Es werde auch weiterhin Gespräche geben, um den Einsatz der Bürgerkarte in Kooperation mit Banken zu verstärken. Eine forcierte Zusammenarbeit gebe es auch mit den Kommunen, berichtete die Staatssekretärin: Mit ausgewählten E-Government Referenzstädten soll eine rasche Umsetzung von E-Government Angeboten auf Ebene der Städte und Gemeinden unterstützt werden.

Im EU-Vergleich der Verfügbarkeit und Nutzung von Computern und Internet liege Österreich durchwegs im oberen Drittel, so Peter Hackl in seinem Resümee. Und Silhavy ergänzte, dass Österreich mit seinem E-Government Angebot bereits "Europameister" geworden sei. "Es ist wichtig, dass Österreich beim Einsatz von IKT eine gute Position in der EU einnimmt. Die Erhebung hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit zielgerichteten Strategien und Modellprojekten müssen wir noch an vorhandenen Disparitäten weiter arbeiten. Schließlich profitieren sowohl die Menschen, als auch der Wirtschaftsstandort Österreich davon", betonte die Staatssekretärin abschließend.

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