ÖGB unterstützt Sozialmärkte Österreichs

Beispielgebende Initiative gegen die Armut in Österreich

Wien (ÖGB) - "Österreich ist das fünft reichste Land der Welt, trotzdem leben mehr als eine Million Menschen in Haushalten mit Einkommen unter der so genannten Armutsgefährdungsschwelle. Besonders armutsgefährdete Bevölkerungsgruppen sind Menschen mit Migrationshintergrund, AlleinerzieherInnen und Singles sowie Menschen mit Pflichtschulabschluss", stellte Renate Czeskleba, Leiterin des ÖGB-Referates Humanisierung, Technologie und Umwelt, fest. Der ÖGB unterstütze daher die Sozialmärkte als wesentliche Ergänzung zu staatlichen Armutsbekämpfung.++++

"2008 haben wir es in Österreich auf Grund der Verbraucherpreisentwicklung für arme Menschen mit einer besonders schwierigen Situation zu tun. Sind 2005 die Verbraucherpreise durchschnittlich noch um 2,3 und 2006 um 1,5 Prozent gestiegen, so ist das durchschnittliche Ansteigen der Preise um 5,4 Prozent in den Monaten Jänner bis Mai 2008 für unsere armen MitbürgerInnen eine Katastrophe", so Czeskleba.

Bei den Lebensmitteln haben sich einzelne Preise zwischen Jänner 2007 und Jänner 2008 besonders erhöht: Teigwaren zum Beispiel um fast 33 Prozent, Weizenmehl um über 15 Prozent und Gebäck um zwölf Prozent.
Czeskleba: "Der ÖGB sieht den Staat als Hauptverantwortlichen, wenn es um die Beseitigung von Armut geht. Es muss Ziel sein, immer mehr Menschen aus der Armutsfalle - in der es nicht nur um wenig Einkommen, sondern auch um Ausgrenzung und Stigmatisierung geht -herauszubekommen. Die Bemühungen des BMSK, eine Mindestsicherung für alle Menschen in Österreich zu schaffen, werden seitens des ÖGB sehr unterstützt. Geht es doch darum, bundesweit Mindeststandards für Einkommen zu schaffen, den Ländern aber auch die Möglichkeit zu geben, darüber hinaus zu unterstützen".

Wichtig in der Bekämpfung von Armut ist auch das Bereitstellen von sozialen Basisdienstleistungen - wie Beratung, Betreuung, Bildungsangebote und erleichterter Zugang zu gesundheitlichen Dienstleistungen. Soziale Basisdienstleistungen tragen dazu bei, soziale Ausgrenzung zu mildern. Auch hier sind auf allen Ebenen des öffentlichen Lebens Angebote zu finden.
"Besonders hervorzuheben sind allerdings auch soziale Basisdienstleistungen, die auf Privatinitiative ins Leben gerufen werden. Hier werden Verantwortlichkeiten über ein reines Delegieren an den Staat hinaus persönlich wahrgenommen", stellte Czeskleba fest.

Das heute vorgestellte "Projekt" SOMA hat aus Sicht des ÖGB hier einen hohen Stellenwert, weil dieses Angebot:
O Arme Menschen mit billigen Lebensmitteln unterstützt.
O Dazu beiträgt, dass sich diese Menschen dadurch auch Güter kaufen können, bei deren Einkauf über 80 Prozent der Bevölkerung nicht einmal einen Gedanken an den Preis verwenden.
O Hilft, dass Lebensmittel nicht zum Wegwerfprodukt werden, nur weil sie geringfügig über dem Ablaufdatum liegen.(ff)

ÖGB, 30. Juni 2008 Nr. 392

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