Wir gratulieren Runde Geburtstage im Juli

Wien (PK) - Im Juli feiern folgende ehemalige MandatarInnen runde Geburtstage:

die ehemalige Abgeordnete Christine HAAGER (S) - 70. Geburtstag am 2. Juli,

der ehemalige Bundesrat Erich PUTZ (V) - 65. Geburtstag am 2. Juli,

der ehemalige Präsident des Bundesrats Komm.-Rat Alfred GERSTL (V) -85. Geburtstag am 3. Juli,

der ehemalige Abgeordnete Ökonomierat Josef PFEIFER (S) - 75. Geburtstag am 4. Juli,

der ehemalige Abgeordnete Dr. Rudolf FERTL (S) - 80. Geburtstag am 7. Juli,

die ehemalige Abgeordnete Hannelore BUDER (S) - 65. Geburtstag am 10. Juli,

der Bundesminister und Staatssekretär a.D. sowie ehemalige Abgeordnete Dr. Peter JANKOWITSCH (S) - 75. Geburtstag am 10. Juli,

der ehemalige Bundesrat Dr. Peter BÖHM (F, später oF) - 65. Geburtstag am 25. Juli,

der ehemalige Abgeordnete Ökonomierat Karl VONWALD (V) - 75. Geburtstag am 28. Juli.

Alfred Gerstl 85

Geboren am 3. Juli 1923 in Graz, besuchte Alfred Gerstl dort Volks-und Hauptschule, ehe er ab 1939 den Beruf des Werkzeugmachers erlernte. Zuvor hatte er sich über ein Jahr als Hilfsarbeiter durchschlagen müssen, da die Nazis 1938 aufgrund seiner politischen Einstellung den Abbruch seines Schulbesuchs verfügt hatten.

Nach dem Krieg arbeitete Gerstl zunächst als Hausverwalter, dann machte er seine sängerische Passion zu seinem Beruf. Nach drei Jahren allerdings kehrte Gerstl als Lebensmittelhändler in die Wirtschaft zurück und war ab 1954 fast vier Jahrzehnte hindurch Trafikant. 1976 wurde er für sein umfangreiches ökonomisches Engagement mit dem Titel Kommerzialrat ausgezeichnet, nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich viele Jahre lang der Interessen seiner Kollegen im Rahmen des Gremiums der Tabakverschleißer annahm.

In diesem Zusammenhang wurde Gerstl auch im Österreichischen Wirtschaftsbund und in der Kammer der gewerblichen Wirtschaft aktiv. So wirkte er von 1970 bis 1994 als Kammerrat in der Steiermark. 1973 wurde Gerstl in den Grazer Gemeinderat gewählt. Diesem Gremium gehörte er 14 Jahre an, ehe der Steiermärkische Landtag den Gewerbetreibenden im November 1987 in den Bundesrat entsandte. Als Listenerster der stimmenstärksten Fraktion im Landtag übernahm Gerstl am 1. Januar 1994 erstmals die Präsidentschaft in der Länderkammer, am 1. Juli 1998 begann seine zweite Periode in dieser Funktion.

Gerstl hat sich vor allem um Fragen der Ausbildung und des Sports verdient gemacht, wobei sein förderndes Handeln der Jugend gegenüber nicht zuletzt aufgrund eines Mannes allgemein bekannt wurde, der später zu den ganz Großen der Filmbranche gehörte und es in der Folge bis zum Gouverneur des Staates Kalifornien brachte: Arnold Schwarzenegger. Überdies blieb Gerstl stets wachsam gegenüber Tendenzen der Intoleranz. Zählte er schon bald nach dem Krieg zu den Gründungsmitgliedern des steirischen Landesverbands der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten, so wirkt er seit 1992 als deren Obmann.

Peter Jankowitsch 75

Ein prominenter Sozialdemokrat feiert diesen Monat ebenfalls einen runden Geburtstag. Dr. Peter JANKOWITSCH wurde am 10. Juli 1933 in Wien geboren. Nach der Matura 1951 studierte Jankowitsch an der Wiener Universität Rechtswissenschaften und promovierte 1956. Zusätzlich erwarb er ein Diplom als akademisch geprüfter Übersetzer.

Nach der Gerichtspraxis trat Jankowitsch 1957 in das Außenamt ein, wo er es im Lauf der Jahre zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bringen sollte. 1970 wurde er Chef des Kabinetts des Bundeskanzlers, und Kreisky war es auch, der Jankowitsch zum Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in New York auswählte. In diesem Zusammenhang war Jankowitsch 1973/74 Mitglied des Sicherheitsrates der VN und 1973 Präsident dieses Gremiums. Von 1978 bis 1983 fungierte der Jubilar als ständiger Vertreter Österreichs bei der OECD, eine Aufgabe, die Jankowitsch ab 1993 erneut wahrnahm.

Politisch war Jankowitsch schon früh aktiv geworden. Bis 1957 saß er dem Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) vor, in der Folge war er Bundesvorstandsmitglied der Jungen Generation und in der Sozialistischen Internationale tätig. Wiewohl also seine Karriere durch viele Jahre hindurch eng mit der Person von Bundeskanzler Kreisky verknüpft war, begann sein eigentliches politisches Wirken erst im Juni 1983, als er erstmals in den Nationalrat gewählt wurde. Der Rücktritt von Kreisky-Nachfolger Sinowatz bedeutete für Jankowitsch einen weiteren Karrieresprung, wurde er doch im Kabinett Vranitzky I Außenminister.

Diese Position bekleidete er jedoch nur ein halbes Jahr, da im Januar 1987 bei der Bildung der Großen Koalition dieses Ministerium der ÖVP übertragen wurde. Jankowitsch kehrte auf die Abgeordnetenbank zurück, ehe im Dezember 1990 im Kabinett Vranitzky III ein eigenes Staatssekretariat für Europafragen eingerichtet wurde, mit dessen Leitung Jankowitsch betraut wurde. Hier leitete der gelernte Diplomat wichtige Schritte zu Österreichs EU-Beitritt ein. Im April 1992 kehrte Jankowitsch ein drittes Mal in das Hohe Haus zurück, um schließlich im Oktober 1993 jene Aufgabe bei der OECD in Paris wieder - bis September 1998 - zu übernehmen, die er schon vor seiner Zeit als Volksvertreter wahrgenommen hatte. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0002