- 26.06.2008, 12:03:31
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Weniger "automatische Klassenwiederholungen" in NÖ
Bohuslav: Mit Senkung der Klassenschülerhöchstzahl eine Nasenlänge voraus
St. Pölten (NLK) - Anlässlich des morgigen Schulschlusses in
Niederösterreich informierten Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und
Landesschulratspräsident Hermann Helm heute, 26. Juni, in St. Pölten
über die jüngsten Entwicklungen im heimischen Schulsystem.
"Mit der von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll initiierten Senkung
der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 SchülerInnen ist Niederösterreich
um mindestens eine Nasenlänge voraus, der Bund hat unser Modell als
Richtwert übernommen", betonte dabei Bohuslav. Niederösterreich sei
mit dieser Entwicklung sehr zufrieden, obwohl dem Land Mehrkosten
entstünden. Immerhin müsste das Land Niederösterreich dadurch 100
Dienstposten im Pflichtschulbereich und rund 150 Dienstposten im
Bereich der Sonderpädagogik selbst finanzieren, so Bohuslav.
Auch Helm zeigte sich mit der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl
äußerst zufrieden und führte die Reduktion der "automatischen
Klassenwiederholungen" ohne Chance auf eine Wiederholungsprüfung im
Herbst um 52 Prozent bzw. um rund 2.000 SchülerInnen im Vergleich zum
Vorjahr auf diese Senkung zurück. "Die Senkung hat bereits gegriffen;
die Lehrkräfte können sich für das einzelne Kind mehr Zeit nehmen",
so Helm.
So werden heuer mehr SchülerInnen nicht automatisch "sitzen
bleiben", sondern können im Herbst zu einer Wiederholungsprüfung
antreten und gegebenenfalls in die nächste Klasse aufsteigen. Die
Zahl derer, die diese Chance erhalten, hat sich von 4.000 auf 5.000
Kinder gesteigert, von denen erfahrungsgemäß 70 bis 80 Prozent die
Prüfung im Herbst bestehen.
Zum neuen Hauptschul-Modell hielt Bohuslav fest, dass sich in
Niederösterreich insgesamt 40 Schulstandorte bzw. mehr als 100
Klassen für das neue Modell angemeldet hätten. Im September würden an
diesen Schulen noch Elternbefragungen durchgeführt; sie werde sich
mit Nachdruck dafür einsetzen, dass alle angemeldeten Schulen ab dem
Schuljahr 2009/2010 auch die nötige Genehmigung erhalten und vom Bund
mitfinanziert würden, so Bohuslav.
Die SchülerInnenzahl beläuft sich in Niederösterreich laut Helm
aktuell auf insgesamt ca. 190.000 Kinder. Platzprobleme gebe es in
Niederösterreich nur dort, wo der Bund als Schulerhalter fungiert.
Kommendes Schuljahr werde es 15.400 ErstklasslerInnen geben, im
Vorjahr waren es rund 16.000. An den Allgemein Höherbildenden Schulen
würden nächstes Jahr rund 5.400 SchülerInnen aufgenommen werden, was
33 Prozent aller Zehnjährigen entspreche und ein Minus von etwa 600
SchülerInnen bedeute. Diese Reduktion sei einerseits auf die
demografische Entwicklung, andererseits auf die Tatsache
zurückzuführen, dass noch immer die überwiegende Mehrheit der
niederösterreichischen Kinder in die Hauptschule gehe. Die Zahl
derer, die im Herbst die erste Klasse Hauptschule besuchen werden,
beläuft sich auf 10.990.
Im Zuge der Pressekonferenz forderte Landesrätin Bohuslav auch
auf, etwaige Misserfolge im Zeugnis nicht zu dramatisieren und wies
darauf hin, dass die betroffenen Kinder die Unterstützung der
LehrerInnen und Eltern benötigen würden. Zudem bestünde die
Möglichkeit, sich an die 22 SchulpsychologInnen in Niederösterreich
zu wenden, die unter der Nummer 02742/280-4730 bzw. -4740 zwischen 9
und 15 Uhr erreichbar seien. Auch auf www.lsr-noe.gv.at würde Hilfe
angeboten, weiters gebe es eine kostenlose Broschüre mit dem Titel
"Ferien - was nun?".
Nähere Informationen: Landesschulrat für NÖ, Telefon 02742/280,
www.lsr-noe.gv.at, bzw. Büro LR Bohuslav, Mag. Florian Aigner,
Telefon 02742/9005-12199, e-mail florian.aigner@noel.gv.at.
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12156
http://www.noe.gv.at/nlk
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