ÖGB-Hundstorfer zu Ankündigungen von IV-Sorger in "News"

Absichtserklärungen einer unzuständigen Stelle für MitarbeiterInnen von Telekom und Post

Wien (ÖGB) - Zu den Ankündigungen des IV-Präsidenten Veit Sorger im morgen erscheinenden Magazin "News" betreffend einer möglichen ÖIAG-Arbeitsagentur für MitarbeiterInnen von Telekom Austria und Post stellt der ÖGB mit aller Klarheit fest: Es liegt weder dem ÖGB, noch den zuständigen BetriebsrätInnen oder der zuständigen Gewerkschaft ein konkretes Angebot vor. Diese Ankündigungspolitik ist daher gegenüber den ArbeitnehmerInnen absolut ungeeignet, um ein ernsthaftes Problem seriös zu diskutieren.++++

"War es bisher unter den Sozialpartnern üblich, sich nichts über die Medien auszurichten, so scheint der IV-Präsident auf den Stil der ÖIAG umzuschwenken, in dem zuerst öffentliche Ankündigungen stattfinden und dann erst mit den Betroffenen geredet werden soll", reagiert ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Mit Fairness gegenüber den Betroffenen habe diese Art des Umgangs nichts zu tun.

Für die betroffenen BelegschaftsvertreterInnen ist es auch nicht nachvollziehbar, dass der IV-Präsident Übernahmeangebote samt umfangreicher Garantien für Gehälter, Rückkehrrechte, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen etc. abgeben kann. "Der IV-Präsident ist weder die Bundesregierung, noch der Nationalrat, noch Eigentümervertreter, noch das Management der betroffenen Unternehmen, sodass diese Garantien als Absichtserklärungen einer unzuständigen Stelle gesehen werden müssen", erklärt Hundstorfer.

Die zuständigen BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen halten zudem mit aller Deutlichkeit fest, dass es keinen Personalüberhang geben würde, wenn die Manager in Telekom Austria und Post ihre Hausaufgaben machen und für eine gesicherte Auftragslage beziehungsweise für innovative Produkte Sorge tragen würden, die von den Kunden auch angenommen werden.

Dazu komme, dass alle bisherigen Versuche solche Arbeitsagenturen zu führen, kläglich gescheitert sind. Ein Beispiel: In der Post AG gibt es derzeit rund 700 ArbeitnehmerInnen im so genannten Karriere-und Entwicklungscenter (KEC), die auf eine vernünftige Ausbildung und einen neuen Job warten. Die Reintegrationsquote liegt jährlich bei knapp fünf Prozent aller Betroffenen. Warum sollte also jetzt der Stein der Weisen gefunden worden sein?

BetriebsrätInnen, GewerkschafterInnen und ÖGB sind sich sicher, dass die betroffenen MitarbeiterInnen und auch die Vorstände der Post über jede erfolgreiche Vermittlung eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin aus dem KEC in die Industrie auf neue interessante, zukunftsträchtige und lukrative Arbeitsplätze sehr dankbar wären. "Der Ball liegt bei der Arbeitsgruppe unter der Führung von ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis und keinesfalls bei den Sozialpartnern der ArbeitnehmerInnenvertretung", so Hundstorfer abschließend.

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