Hochschuljugend: Ethik für jene, die keinen Religionsunterricht haben

Die katholischen Hochschüler betonen gleichzeitig, dass ein Fach Ethik "keinen Ersatz" für den konfessionellen Religionsunterricht darstellt

Wien, 25.6.08 (KAP) Die Katholische Hochschuljugend Österreich (KHJÖ) ist für einen Ethikunterricht als Pflichtfach für alle Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Gleichzeitig betonte die KHJÖ die Wichtigkeit eines konfessionellen Religionsunterrichts, für den ein Fach Ethik keinen Ersatz darstellen solle und könne. Der Religionsunterricht biete die unersetzliche Möglichkeit, religiöse und zugleich ethische Fragen zu thematisieren "und Jugendliche in dieser Dimension des Menschseins sprachfähig zu machen", betonte KHJÖ-Vorsitzender Simon Ebner. An einer reflektierten Auseinandersetzung mit Religion müsse auch Menschen etwas liegen, die persönlich "nicht religiös verankert" sind. Denn damit könne Einseitigkeit und Fundamentalismus vorgebeugt werden.

Vor die Wahl gestellt, ob sie Religionsunterricht oder aber eine Freistunde haben wollen, würden sich Schülerinnen und Schüler immer wieder "für die auf den ersten Blick angenehmere und einfachere Variante" entscheiden. "Es war den Verantwortlichen offensichtlich lange nicht klar, was diesen jungen Leuten in einer für die Persönlichkeitsbildung so wichtigen Lebensphase durch eine solch kurzsichtige Regelung leichtfertig vorenthalten wird", meinte der KHJÖ-Vorsitzende. Er begrüßte es, dass diese Debatte nun auf breiter und öffentlicher Ebene geführt wird.

Der konfessionelle Religionsunterricht habe "eine sehr wichtige Aufgabe innerhalb des Schulsystems". In den meisten Schultypen sei er das einzige Unterrichtsfach, in dem sich Schülerinnen und Schüler mit Lebensfragen beschäftigen können, erinnerte Ebner. Für das friedliche Zusammenleben im Zeitalter der Globalisierung sei es außerdem von Bedeutung, sowohl über die eigene als auch über andere Religionen gut informiert zu sein. Abseits des konfessionellen Religionsunterrichtes hätten die davon abgemeldeten Schüler kaum die Möglichkeit, sich mit derartigen Themen an ausgebildete Fachkräfte zu wenden.

Die Katholische Hochschuljugend sehe die Ethik-Schuldebatte auch aus ihrem universitären Blickwinkel: Die Universitäten seien auf kritische und reflektierende Studierende angewiesen, die gelernt haben, Ansichten zu hinterfragen. Zukünftige Ärzte, Rechtsanwälte, Richter und Lehrer bräuchten ethische und moralische Kompetenz. Laut der KHJÖ sollte sogar darüber nachgedacht werden, die fachspezifischen Lehrpläne an den Hochschulen in dieser Hinsicht zu überdenken. "Unreflektierte Fachspezialisten nützen niemandem - nicht an der Schule, nicht an der Uni, in der Wirtschaft oder sonst wo", so Ebner. (ende)
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