"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Der letzte Akt"

Die Große Koalition ist am Ende. SPÖ und ÖVP sollten die Konsequenzen ziehen.

Wien (OTS) - Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man lachen -über die Schmierenkomödie, die die politischen Hauptdarsteller des Landes darbieten.
Ein Kanzler, den selbst die Parteifreunde loswerden wollen, ruft sich zum Regierungschef auf Lebenszeit aus - indem er zur SPÖ-Doppelführung feststellt: Jeder Österreicher wisse, dass Provisorien am längsten halten. Der Obmann der ÖVP, der bei jeder Gelegenheit betont, wie zielstrebig und personell stark seine Partei ist, findet keinen Innenminister. Und zwei Parteien, die sich staatstragend nennen, treten nach der Regierungssitzung nicht vor die Presse, weil sie außer gegenseitigen Vorwürfen nichts zum Besten geben können.
Warum Gusenbauer immer wieder noch eins drauflegt, weiß wohl nur er. Dass sich Molterer schwer tut, einen Nachfolger für Günther Platter zu finden, ist rational nachvollziehbar. Wer gibt schon einen guten Job für einen Posten mit kurzem Ablaufdatum auf?
Denn mittlerweile ist Vertretern beider Lager klar: Diese Große Koalition ist am Ende. Der letzte Akt hat begonnen. Es wäre schön, wenn SPÖ und ÖVP noch eine einzige Gemeinsamkeit fänden: Dem Publikum mitzuteilen, dass der Vorhang vorzeitig fällt.

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