Die Arbeit macht immer mehr Menschen krank

Linz (OTS) - Seelische Probleme und Rückenerkrankungen sind die häufigsten Ursachen, weshalb immer mehr Menschen aus dem Arbeitsleben hinausgedrängt werden. Aber: Sich zu Tode arbeiten könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn alle Arbeitgeber/-innen bereit wären, verstärkt in verbesserte Arbeitsabläufe und in die Gesundheit der Arbeitnehmer zu investieren.

Wachsender Druck, neue Formen von Arbeit und die Forderung nach immer mehr Flexibilität verbunden mit der Angst der Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz sind verantwortlich dafür, dass Menschen immer häufiger krank werden. Galten bislang Rückenleiden und Bandscheibenvorfall als Folgen schwerer körperlicher Arbeit, so sind diese Erkrankungen heute immer öfter dem steigenden Druck in der Arbeitswelt zuzuschreiben. Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller psychischen Erkrankungen und Erkrankungen des Rückens sind arbeitsbedingt.

Im Rahmen des Internationalen Gesundheitssymposiums "Rücken und Psyche unter Druck", das die Arbeiterkammer Oberösterreich in Kooperation mit der AUVA und der Gebietskrankenkasse OÖ veranstaltete, widmeten sich Experten/-innen aus Großbritannien, Deutschland, Irland und Österreich und knapp 200 Tagungsteilnehmer/-innen aus dem In- und Ausland dieser Problematik.

Bauarbeiter sind besonders gefährdet, aufgrund gesundheitlicher Belastungen frühzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden: Rund 70 Prozent aller Bauarbeiter müssen bereits vor Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters ihren Beruf aufgeben.

"Das ist eine massive soziale Ungerechtigkeit", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über die Reform des Gesundheitssystems und die Erhöhung des Pensionsantrittsalters wird die Wirtschaft nicht umhin können, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Diese sollen auch Älteren ermöglichen, bis zu Pension im Arbeitsleben zu verbleiben, so Kalliauer.

Der britische Arbeitspsychologe Dr. Jason Devereux, einer der ersten Wissenschafter in Europa, der sich in seinen Studien mit dem Zusammenhang von Stress und Rückenerkrankungen beschäftigt hat, zeigte während des Symposiums Lösungsmöglichkeiten auf: Zum Beispiel wie Manager englischer Konzerne durch entsprechende teamorientierte Maßnahmen zur Reduktion körperlicher und seelischer Belastungen beitragen konnten.

Neben der Reduktion von Arbeitsintensität und Arbeitsmenge wird vor allem das Schaffen von alternsgerechten Arbeitsplätzen und der Aufbau und die Ausweitung sozialer Netzwerke die einzige Möglichkeit sein, Stress und Burnout von Arbeitnehmern/-innen vorzubeugen.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Mag. Rainer Brunhofer
Tel.: (0732) 6906-2185
presse@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001