"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Ein erster Lichtblick"

Der neue Verbund-Chef ist ein Sieg der Vernunft gegen sture Parteipolitik.

Wien (OTS) - Die Bestellung des neuen Verbund-Chefs passt in die parteipolitische Farbenlehre, aber es hätte schlimmer kommen können. Wolfgang Anzengruber bringt die Voraussetzungen mit, den wirtschaftlich erfolgreichen Weg von Österreichs größtem Stromkonzern fortzusetzen. Was auch vom Kapitalmarkt so gesehen wird, denn die Verbund-Aktie ist auf einem Allzeit-Hoch. Der in diesem Fall richtigen Partei, der ÖVP, steht er auch nahe. Dass ein roter Manager Verbund-Chef werden könnte, selbst wenn er fachlich der Beste aller Kandidaten wäre, ist bei der aktuellen Regierungskonstellation ohnehin ausgeschlossen. Zwar beteuern alle, dass sich die Parteipolitik aus Unternehmen heraushalten muss, aber die Realität ist in Österreich eben anders. Dass sich Wirtschaftsminister Bartenstein nun innerhalb der eigenen Partei mit seinem Kandidaten gegen die Ränkespiele von Wolfgang Schüssel durchgesetzt hat, ist ein erster Lichtblick.
Jetzt ist Wolfgang Anzengruber gefordert. Die Frage ist, ob er die Kraft und Ausdauer haben wird, Österreichs Unternehmen mit dem höchsten Börsewert gegen parteipolitische Begehrlichkeiten und Eigeninteressen von Landeshauptleuten zu verteidigen. Denn im internationalen Vergleich sind die heimischen Stromversorger nur Zwerge, aber die Schrebergarten-Mentalität wird seit Jahrzehnten hochgehalten und blockiert die Vernunft.

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