Bischöfe: Möglichst alle Pfarrgemeinden ... (2)

Plädoyer für Institution Ehe

In ihrer Presseerklärung lehnen die Bischöfe entschieden den vom Justizministerium vorgelegten Entwurf zur zivil- und strafrechtlichen Regelung von Lebenspartnerschaften ab. Sie warnen eindringlich vor einer De-facto-Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit Ehe und Familie und halten fest, dass die Institution Ehe, die auf Familiengründung ausgerichtet ist und mit der Zeugung und Erziehung der Kinder gesellschafts- und staatserhaltend wirkt, aus guten Gründen seit jeher unter besonderem rechtlichen Schutz des Staates steht.

Wörtlich hält die Bischofskonferenz fest: "Eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe würde eine Bagatellisierung der Ehe und ihre Diskriminierung bedeuten, weil homosexuelle Partnerschaften die Zielsetzungen der Ehe nicht zu erfüllen vermögen."

Die Bischöfe geben auch ihrer Befürchtung Ausdruck, dass das Eherecht in Zukunft ausgehöhlt werden soll. So könnte es dazu kommen, dass gleichgeschlechtlichen Paaren auch das Adoptionsrecht und die Möglichkeit zur künstlichen Befruchtung eingeräumt wird. Man dürfe aber Kindern nicht von vornherein verunmöglichen, Mutter und Vater zu haben.

Die Bischöfe argumentieren auch, dass das im Entwurf des Justizministeriums enthaltene uneingeschränkte sogenannte "Diskriminierungsverbot" für Lebenspartnerschaften auf schwerwiegende verfassungsrechtliche Bedenken stoße. Eine solche Bestimmung würde einen Eingriff in die von der Verfassung garantierte innere Freiheit der katholischen Kirche und der anderen, vom Staat anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften bedeuten. Die katholische Kirche lehre den Respekt vor jedem Menschen, unabhängig von der sexuellen Orientierung; sie müsse aber in der Auswahl von Personen für bestimmte Aufgaben und Ämter die Möglichkeit haben, die Bedingungen und Voraussetzungen frei festzulegen und dementsprechend vorzugehen.

Insgesamt entstehe der Eindruck, so die Bischöfe, dass die österreichische Regierung zu wenig tut, "um die drängenden gesellschaftlichen Fragen - wie z.B. die demografische Entwicklung und die Förderung der Familie, die auf der dauerhaften Ehe zwischen Mann und Frau basiert - zu bewältigen". (ende)
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