Sellitsch zum UN-Weltflüchtlingstag: Faire und schnellere Asylverfahren

Samariterbund betreut seit 2005 Flüchtlingsfamilien

Wien (OTS) - "Flüchtlinge haben ein Recht auf faire und raschere Beantwortung ihres Asylantrages", fordert Siegfried Sellitsch, Präsident des Samariterbundes Wien anlässlich des Weltflüchtlingstages der Vereinten Nationen am 20. Juni. Schon im Vorjahr hatte die UN-Organisation UNHCR Österreich kritisiert:
Beinahe jeder zweite Flüchtling bekommt erst in zweiter Instanz Asyl zugesprochen. Für die Antragsteller bedeutet das Wartezeiten von mehreren Jahren, während der sie zur Untätigkeit verurteilt sind. "Das erweckt den Eindruck als hätte das System. Dabei sind die Flüchtlinge aufgrund meist brutaler Verfolgung und Folter schon genug traumatisiert", prangert Sellitsch die langwierigen Asylverfahren in Österreich an.

Ob der neue Asylgerichtshof (ab Juli 2008) hier tatsächlich Abhilfe schafft, bleibt abzuwarten. Skepsis und Kritik bleiben: Durch dessen Installation entfällt auch die Letztinstanz des Verwaltungsgerichtshofes. Und der hatte immerhin bei jedem fünften Berufungsverfahren ein Recht auf Asyl zugesprochen.

In Folge sind auch weitere Maßnahmen im Rahmen einer nachhaltigen Integrationspolitik notwendig. "Die Startmöglichkeiten für anerkannte Flüchtlinge sind unverändert schlecht. Akuter Nachholbedarf herrscht besonders in den Bereich Bildung, soziale Absicherung, Arbeitsmarkt und Wohnen", so Sellitsch.

Weltweit sind laut UN-Organisation UNHCR rund 33 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung und einem menschenunwürdigen Leben. In Österreich suchten im vergangenen Jahr 11.879 Personen Schutz, 4.936 erhielten den Flüchtlingsstatus nach den Genfer Konventionen.

Seit 2005 führt der Samariterbund, gefördert vom Fonds Soziales Wien, eine Notunterkunft am Floridsdorfer Winkeläckerweg. Die Samariterbund-Einrichtung bietet hier bis zu 150 Flüchtlingen, ausschließlich Familien, eine Grundversorgung, während sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten müssen. Ein professionell ausgebildetes und mehrsprachiges Team, unterstützt von ehrenamtlichen Mitarbeitern, betreut die Familien. Neben einer Rechtsberatung und Dolmetsch-Leistungen ist auch die psychologische Betreuung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

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