Ordinationsschließung: Kritik an Überwachungsmethoden des Hauptverbands

Wawrowsky warnt Patienten: "Ähnliche Kontrolle blüht Bürgern bei Umsetzung von ELGA"

Wien (OTS) - "Überwachungsmethoden wie beim großen Bruder" wirft der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Günther Wawrowsky, den Verantwortlichen des Hauptverbands vor. Mit der Veröffentlichung der angeblichen Zahl mutmaßlicher "Streikbrecher" am Ordinationsschließtag habe der Hauptverband ein "alarmierendes Geständnis abgelegt, dass die Behörde das E-Card-System massiv zur Überwachung und Kontrolle, wenn nicht gar der Bespitzelung der Ärzteschaft nutzt", warnte Wawrowsky in einer Aussendung am Mittwoch. Bisher war vom Hauptverband stets versichert worden, die E-Card lediglich als Instrument zur Kontrolle von Versichertenstatus und Honorarabrechnung zu nutzen. Wawrowsky: "Nun zeigt sich die wahre Denkart: Wer sich unliebsam verhält, hat ständigen Beobachtungsdruck."

Vor diesem Hintergrund ruft der ÖÄK-Vizepräsident die Bürgerinnen und Bürger auf, sich "intensiv Gedanken" über die geplante lebensbegleitende Gesundheitsakte ELGA zu machen und deren potenziellen Gefahren mit "kritischem Argwohn" zu begegnen. "Auch bei ELGA wird der große Bruder am anderen Ende sitzen und seine Schlüsse ziehen. Auch Patienten könnten durch dieses Instrument überwacht werden. Es ließen sich auch hier Datenspuren und Bewegungsprofile zusammentragen und bei Bedarf veröffentlichen", mahnt Wawrowsky.

Scharf zurückgewiesen wurde von Wawrowsky die Interpretation des Hauptverbandes, es habe 1000 Streikbrecher gegeben, was man an der Anzahl der gesteckten E-Cards in den Ordinationen habe ablesen können. "Tatsächlich waren am Montag rund 700 bereitschaftshabende Ärztinnen und Ärzte in Österreich im Einsatz, die selbstverständlich auch die e-Card gesteckt hatten. Darüber hinaus haben viele Ärzte ihre Kammer über E-Card-Steckungen informiert, die aus aktuellen, technischen Gründen benötigt wurden. Von Streikbrechern kann da überhaupt keine Rede sein", stellte Wawrowsky klar. Ihn störe es persönlich auch nicht, wenn eine angesichts der Gesamtzahl kleine Anzahl von Kolleginnen und Kollegen aus medizinischen Gründen keine Möglichkeit für eine aktuelle Ordinationsschließung gehabt habe. "Wichtig ist die Gesamtsolidarität der Ärzteschaft und diese zeigte sich am Montag in vorbildlicher Art und Weise", lobte Wawrowsky. Großer Dank gebühre im Übrigen auch den Patientinnen und Patienten, die die Aktion, die in ihrem Anliegen und Interesse sei, mit Geduld und Verständnis begleitet hatten.

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