PRÖLL: Wohnbauförderung neu setzt auf Sanierung und Ausstieg aus fossilen Energieträgern

Lebensministerium schickt Entwurf der neuen Art.15a-Vereinbarung zur Wohnbauförderung in Begutachtung

Wien (OTS) - Das Lebensministerium hat heute, Mittwoch, die im Rahmen der Verhandlungen zum Finanzausgleich paktierte Art. 15a Vereinbarung über "Maßnahmen im Gebäudesektor zum Zweck der Reduktion des Ausstoßes an Treibhausgasen" zur Begutachtung ausgesendet. Kernstücke der Neuregelung sind der Ausstieg aus dem Energieträger Öl bis Ende 2011 in der Neubauförderung sowie ambitionierte energetische Mindestkriterien sowohl in der Sanierung als auch beim Neubau. Weitere wichtige Punkte sind die stärkere Ausrichtung der Wohnbaufördersysteme auf die Sanierung, die stärkere Fokussierung auf erneuerbare Energieträger, österreichweit harmonisierte Regelungen in den Bauordnungen bei der Energieeffizienz und Mindestkriterien für die Errichtung und Sanierung öffentlicher Gebäude.

"Der Gebäudesektor ist für die Erreichung unserer Klimaschutzziele besonders wichtig. Wir haben heute schon die Technologien in der Hand, um mit wesentlich weniger Energieeinsatz einen höheren Wohnkomfort für alle sicherzustellen. Werden alle Gebäude auf den heute möglichen Energieeffizienzstandard gebracht und Neubauten im Sinne der neuen Art. 15a Vereinbarung besonders energieeffizient gebaut, wird der Anteil heimischer erneuerbarer Energie an der Wärmeversorgung stark zunehmen. Das wäre auch sozialpolitisch eine wichtige Maßnahme, da besonders einkommensschwächere Schichten unter den steigenden Energiepreisen von Energieträgern wie Öl und Gas leiden, die wir um teures Geld importieren müssen", unterstrich Umweltminister Josef Pröll die sozialpolitische Bedeutung der Neuausrichtung der Wohnbauförderung.

Ambitionierte Ziele bei Neubau und Sanierung
Aus Sicht der Klimapolitik sollten neue Gebäude nicht zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führen. Deshalb werden in dem Entwurf für Neubauten 2009 und 2010 die Energiestandards weiter verschärft und ab 2012 sollen überaus ambitionierte Zielwerte in Kraft treten. Darüber hinaus soll die Wohnbauförderung konsequent auf die Zukunftstechnologien Solar, Biomasse, Wärmepumpe, Abwärme und Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energieträger abstellen.

Die größten Potenziale zur CO2-Einsparung liegen aber im Bereich der Sanierung. Deshalb sieht der Entwurf gemeinsame Anstrengungen zur Steigerung der Sanierungsraten vor. Die Qualität der Sanierungen soll über Mindeststandards österreichweit geregelt werden. In der Sanierung soll ebenfalls der Umstieg auf erneuerbare Energieträger forciert werden.

Bei den landesrechtlichen Vorschriften im Wohnbau sollen nun die gemeinsamen Standards der OIB-Richtlinie 6, die energetische Anforderungen an Gebäude und Bauteile formuliert und Regelungen für die einheitliche Umsetzung des Energieausweises gemäß EU-Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden beinhaltet, umgesetzt und weiterentwickelt werden. Für Nicht-Wohngebäude sieht der Entwurf spezielle Maßnahmen vor, da dieser Sektor in den letzten 20 Jahren einen starken Zuwachs verzeichnet hat.

"Besonders wichtig sind die neuen Regelungen für öffentliche Gebäude, weil hier die Öffentliche Hand mit gutem Beispiel voran geht. Wer heute energieeffizient baut, spart über viele Jahrzehnte Geld ein. Bei den öffentlichen Gebäuden ist das das Geld der SteuerzahlerInnen und bei der prognostizierten Entwicklung der Energiepreise wird diese Einsparung deutlich höher sein, als wir es heute annehmen," sagte Pröll abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001