Ausschreibung: Preis für tierversuchsfreie Forschung

Wien (OTS) - Anlässlich seines 40jährigen Bestehens stiftet der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) einen Preis für tierversuchsfreie Forschung. Er wird an ForscherInnen vergeben, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen.

"Damit wollen wir jene ForscherInnen unterstützen, die bestrebt sind, wissenschaftliche Forschung mit modernen zukunftsorientierten Methoden und Verfahren, die ohne jegliches Tierleid auskommen, zu betreiben, erklärt Gerda Matias, Präsidentin des IBT.

Bei den Forschungsarbeiten kann es sich um solche im Planungs-bzw. Antragsstadium, laufende oder schon abgeschlossene Projekte handeln. Der Preis ist mit Euro 7.000,-- dotiert. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein wissenschaftliches Gremium.
Bewerbungen um den Preis für tierversuchsfreie Forschung müssen bis spätestens 6. Oktober 2008 beim Internationalen Bund der Tierversuchsgegner, Radetzkystraße 21, 1030 Wien, eingereicht sein. Die Einreichungsunterlagen sollen einen Lebenslauf (wissenschaftliche Laufbahn und Publikationen) enthalten und eine ausführliche Beschreibung des Projektes mit dem Arbeitsziel und ggf. inwieweit dieses erreicht werden konnte.

Die Preisverleihung findet im März 2009 statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

40 Jahre IBT

Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner wurde im Jahr 1968 als gemeinnütziger Verein gegründet und setzt sich aus ethischen, wissenschaftlichen, medizinischen sowie konsumentenpolitischen Gründen für die endgültige Abschaffung aller Tierversuche ein. Die Arbeit wird ohne jegliche öffentliche Unterstützung ausschließlich aus privaten Spenden finanziert.

Auch wenn die Abschaffung aller Tierversuche noch weit entfernt ist - nicht, weil dies nicht machbar wäre, sondern weil der politische Wille und die politische Durchsetzungskraft fehlt -, hat der IBT mit seinen unablässigen Interventionen wesentlich zur legistischen Besserstellung der Labortiere beigetragen und etliche Verbote von Tierversuchen erwirkt.

Allein aufgrund der jahrelangen Forderungen der TierschützerInnen wurde im Jahre 1990 ein bundesweit geltendes Tierversuchsgesetz installiert, womit wenigstens eine legistische Grundlage für die Durchführung von Tierversuchen an lebenden Tieren geschaffen wurde. Als oberstes Ziel wurde - im Sinne der TierversuchsgegnerInnen - die Reduzierung von Tierversuchen und die Förderung von Ersatzmethoden festgelegt. Nur durch zähes Ringen konnte erreicht werden, dass die Tierversuchskommissionen auch mit ExpertInnen aus dem Tierschutzbereich besetzt werden.

Indem der IBT immer wieder auf den besonders auch in Fachkreisen umstrittenen und berüchtigten, weil sehr grausamen LD-50-Toxizitätstest, bei dem die Tiere systematisch vergiftet werden, hingewiesen hat, wurde dieser 1993 in Österreich per Verordnung verboten (Beim LD-50-Test wird mehreren Gruppen von Tieren eine Testsubstanz in verschiedenen Verdünnungen verabreicht und jene Dosis ermittelt, nach deren einmaliger Verabreichung 50 Prozent der so "behandelten" Versuchstiere innerhalb eines bestimmten Zeitraums elendiglich zugrunde gehen).

Im Jahre 1999 konnte für Österreich ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika erwirkt werden. Dem folgten Verordnungsbestimmungen zur Haltung und Unterbringung und zur statistischen Erfassung von Versuchstieren.

Ohne studienrechtliche Nachteile befürchten zu müssen, können StudentInnen in Österreich Tierversuche ablehnen, wenn sie diese nicht mit ihrem Gewissen und ihrer ethischen Einstellung vereinbaren können.

Zuletzt trat ein Verbot von Tierversuchen an den Großen Menschenaffen in Kraft, zu dem die vom IBT initiierte "Parlamentarische Bürgerinitiative" maßgeblich beigetragen hat.

Aber auch auf europäischer Ebene setzt sich der IBT unermüdlich für die Versuchstiere ein. Die bestimmenden Themen in den vergangenen Jahren waren die Tierversuche für Kosmetika und jene aufgrund der Chemikalien-Neuregelung REACH.

Während wenigstens eine schrittweise Umsetzung eines EU-weiten Verbotes von Tierversuchen für Kosmetika erreicht werden konnte, ist REACH noch lange nicht ausgestanden, auch wenn das schlimmste Szenario, ein Mehrverbrauch von 45 Millionen Versuchstieren für die Testung von Chemikalien, durch das Engagement der europäischen TierversuchsgegnerInnen abgewendet werden konnte.

Als weitere große Herausforderung betrachtet der IBT die längst überfällige Überarbeitung der EU-Tierversuchsrichtlinie, wobei die EU-Kommission gefordert ist, endlich einen Entwurf dazu vorzulegen. Damit ist die Hoffnung und Chance verbunden, EU-weit gesetzliche Verbesserungen zu erwirken, indem etwa Experimente an Primaten und Eingriffe, die für die Tiere sehr belastend sind, verboten werden. Auch der zwingende Einsatz von schon vorhandenen und amtlich anerkannten Alternativmethoden zu den Tierversuchen wäre ein Gebot der Stunde.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-11, Fax: +43/1/713 08 23-10
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