Die Rolle der EU für eine globale Ernährungssicherheit

Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums, beim AgriBusiness Forum des EMRC und der FAO in Rom

Wien (OTS) - "Die Europäische Union trägt eine große Verantwortung beim Kampf gegen den Hunger in Entwicklungsländern und bei der Garantie von globaler Ernährungssicherheit. Zum Einen müssen die europäischen Staaten endlich die zugesagten Entwicklungshilfe-Mittel für die Länder des Südens aufbringen, zum Anderen muss sich die EU langfristig im Kampf gegen den Hunger von fast 1 Mrd. Menschen engagieren, die Exportsubventionen abbauen und massiv auf den Ab-schluss der Doha-Entwicklungsrunde in der WTO hinarbeiten", sagt Franz Fischler, der Präsident des Ökosozialen Forums im Vorfeld des AgriBusiness Forums des European Market Research Centers und der Welternährungsorganisation FAO in Rom. Fischler wird heute Nachmittag bei der offiziellen Eröffnung der internationalen Konferenz im FAO-Hauptquartier als Key Note Speaker die Rolle der Europäischen Union für eine globale Ernährungssicherheit analysieren.

Beim AgriBusiness Forum 2008, das heuer unter dem Titel "The Agro-Food Industry as Engine für Growth and Wealth in Africa" steht, wird sich Fischler massiv dafür einsetzen, dass die EU den Wiederaufbau von landwirtschaftlichen Strukturen in Afrika, vor allem kleiner Landwirte fördert. "Neben schneller Soforthilfe bei Hungerkrisen müssen auf lange Sicht globale Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Ernährungssicherheit weltweit überhaupt erst ermöglichen. Land-wirtschaft macht nur acht Prozent des Welthandels aus. Dennoch ist sie die wichtigste Einkommensquelle für etwa 2,5 Milliarden Menschen, hauptsächlich in Entwicklungsländern. Durch eine Moderni-sierung der Landwirtschaft könnten vor allem in Afrika die derzeit geringen Ernteerträge gesteigert werden. Der Abschluss der Doha-Entwicklungsrunde der WTO ist essentiell, damit auch die Ent-wicklungsländer von den Vorteilen des weltweiten Handels profitieren können. Die EU, als weiterhin wichtiger Nahrungsmittellieferant, muss - wie geplant -- die Exportsubventionen abschaffen. Andernfalls wird man der strukturellen Schwäche der Landwirtschaft in Ent-wicklungsländern nicht Herr werden können", sagt Franz Fischler. Er wird sich in Rom auch für die Einführung einer allgemeinen Finanz-transaktionssteuer aussprechen, um kurzfristige Spekulationen auf Agrarrohstoffe zu verringern und so die Lebensmittelpreise zu stabilisieren.

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