Neues Volksblatt: "Neuwahlen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. Juni 2008

Linz (OTS) - ie SPÖ hat sich also für ein bisschen Personenopfer (Kalina, Winterauer) und die Teil-Demontage jenes Mannes entschieden, der ihr nach sechs Jahren Oppositionszeit unverhofft den Kanzlersessel zurückgebracht hatte. Ein wenig kurios ist es schon, dass ausgerechnet der smarte und ideologisch als nicht besonders dogmatisch geltende Werner Faymann der SPÖ wieder jene Konturen verschaffen soll, die offenbar ein Großteil der eigenen Klientel unter Alfred Gusenbauer bisher vermisst hat. Was immer er tut, um Gusenbauers Sünden vergessen zu machen, muss der designierte Parteiobmann Faymann als Kontrapunkt zur ÖVP präsentieren. Und der Kanzler muss seinen Obmann und Minister fragen, ob er auf Parteilinie ist. Dass eine solche Konstellation den Keim des Unfriedens in sich birgt, steht außer Zweifel. Ebenso außer Zweifel steht, dass sich Österreich einen solchen Frühstücksdirektor a la Gusenbauer eigentlich nicht leisten kann. Der Koalition stehen damit kaum bessere Zeiten bevor als sie zuletzt hatte. Denn alles, was Gusenbauer angelastet wurde, basierte auf dem Regierungsprogramm. Dieses gravierend zu ändern, würde wohl nur über Neuwahlen gehen.

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