• 16.06.2008, 13:13:07
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Bartenstein: Start-Ups geben Innovations-Impulse und schaffen neue Jobs

"Start-up Day 2008" - Mit verbesserten Rahmenbedingungen bestehende Gründungspotenziale mobilisieren

Wien (BMWA/OTS) - "Neue Unternehmen geben der heimischen
Wirtschaft wichtige Impulse, schaffen neue Arbeitsplätze und stärken
die Innovationskraft", erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister
Martin Bartenstein bei der Eröffnung des "Start-Up Day 2008" in der
Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) in Wien.
An der Podiumsdiskussion unter Leitung von
"Presse"-Innenpolitik-Ressortleiterin Martina Salomon nahmen
Wirtschaftsminister Bartenstein, WKÖ-Präsident Christoph Leitl,
AWS-Geschäftsführer Peter Takacs, Univ-Prof. Nikolaus Franke sowie
Motivforscherin Sophie Karmasin teil.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Neugründungen in
Österreich kontinuierlich verbessert - jährlich sind es mehr als
30.000. "Es ist vor allem bei den Einzelpersonen-Unternehmen, den
Ich-AGs, ein großer Zuwachs zu verzeichnen. Ein Grund mehr, das
soziale Absicherungsnetz für Selbständige noch weiter zu verbessern",
so Bartenstein.

Die Regierung werde daher ihr Möglichstes tun, um mit noch weiter
verbesserten Rahmenbedingungen die bestehenden, durchaus erheblichen
Gründungspotenziale zu mobilisieren. Wichtig sei dabei neben
verstärkter Motivation zu Existenzgründung und zu kaufmännischer
Initiative, dass die Ausbildung stärker auf unternehmerisches Handeln
ausgerichtet werde, um so zu mehr Unternehmerinnen und Unternehmern
zu kommen. Dass sich das Karrieremodell Selbständigkeit gut
entwickelt, führt Bartenstein auf zahlreiche Gründe zurück, unter
anderem auf die persönliche Unabhängigkeit, aber auch auf die
wirtschaftliche Perspektive.

Das belegen auch die aktuellen Umfragedaten der Motivforscherin
Sophie Karmasin, die die Hauptmotive im Bereich des
gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und psychologischen Umfeldes
ortet. Das Interesse an Selbständigkeit ist seit 2003 enorm
gestiegen: "Vor fünf Jahren wären noch 24 Prozent der Befragten gerne
selbständig gewesen, heute wären es bereits 33 Prozent", so Karmasin.
Für Bartenstein belegen diese Umfragedaten höchst eindrucksvoll, dass
Entrepreneurship in Österreich weiterhin auf Erfolgskurs ist.

Verbesserte Rahmenbedingungen in Österreich
"In Österreich sind wir bei den Rahmenbedingungen recht gut
unterwegs", so Bartenstein.
Das umfasst etwa die Selbstständigen-Vorsorge: Die "Abfertigung neu"
für Unternehmer und die freiwillige Arbeitslosenversicherung für
Selbstständige. Die Steuerreform 2004/2005 brachte mit der
steuerlichen Begünstigung nicht entnommener Gewinne und dem
Freibetrag für Gewinne Anreize. Für Forschung und Entwicklung wurden
ein Forschungsfreibetrag von 25 Prozent sowie eine Forschungsprämie
von acht Prozent eingeführt. Zudem wurde das
Neugründungsförderungsgesetz novelliert und die Gewerbeordnung
liberaler gestaltet. Weiteren Anreiz werde auch der Wegfall von
Erbschafts- und Schenkungssteuer mit 1. August dieses Jahres bringen,
ist Bartenstein überzeigt.

Österreich im internationalen Vergleich

Bartenstein: "Auch den internationalen Vergleich braucht
Österreich keineswegs zu scheuen: Unternehmensgründungen sind durch
den One-Stop-Shop möglich, der EU-weit ein Best-Practice-Modell
darstellt. Und gemäß einer OECD-Studie verzeichnete Österreich in den
Jahren 2000 bis 2005 im internationalen Vergleich mit 20 Prozent die
höchste Zunahme bei der Zahl der Selbstständigen."

Weitere Maßnahmen sollen folgen - auch im Rahmen der geplanten
Steuerreform. So soll die Begünstigung des Jahres-Sechstels auch auf
Unternehmer ausgeweitet werden. "Zudem plädiere ich für eine
rechtsformneutralen Besteuerung", so Bartenstein.
Auf EU-Ebene habe Kommissionsvizepräsident Günther Verheugen vieles
für KMU zustande gebracht. Das Prinzip "Think Small First" bei der
Entstehung neuer Gesetze hat sich durchgesetzt, ebenso der Small
Business Act.

All das habe dazu geführt, dass jedes Jahr tausende Menschen die
Selbständigkeit als Alternative zur bisher klassischen -
unselbständigen - Berufskarriere wählen, setzte Bartenstein fort.
Daher habe es seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg an
Neugründungen gegeben, wobei auch der stete Anstieg des Frauenanteils
(von 32,5 Prozent im Jahr 2000 auf 40,1 Prozent im Vorjahr)
erfreulich sei. "Diese Entwicklung spiegelt auch die Veränderungen in
der Arbeitswelt wider. Abgrenzungen zwischen Unselbständigkeit und
Selbständigkeit verschwimmen immer mehr" sagte der Minister.

Förderungen und Finanzierungen

Bartenstein verwies weiters auf eine von der aws ab 2009 geplante
"Venture Capital Initiative", die der in Österreich im europäischen
Vergleich unterdurchschnittlichen Verfügbarkeit von Risikokapital
entgegenwirken soll. Vorgesehen ist eine Minderheitenbeteiligung an
Risikokapital-Fonds zur Frühphasen-Finanzierung, die aufgrund des
Risikos kaum von privaten Fonds angeboten wird. Öffentliche Mittel
sollen eine Stimulierung privater Kapitalgeber bewirken. "Ich
unterstütze und begrüße diese Maßnahme sehr", so Bartenstein.

"Mit Angespartem allein lässt sich selten eine Geschäftsidee
umsetzen, Finanzierung und Förderung sind daher ein wichtiges Thema
für Gründer", führte Bartenstein weiter aus.
Die aws habe daher ein breites Spektrum an entsprechenden
Förderprogrammen entwickelt. Dazu gehöre der
Gründungs-/Nachfolgebonus (14 Prozent der Ansparleistung, max. 8.400
Euro), die Jungunternehmerförderung mit einem Zuschuss in Höhe von
zehn Prozent der Neuinvestitionen (max. 30.000 Euro) und einer
Haftung für Kredite (80 Prozent Haftung für ein Kreditvolumen von
maximal 800.000 Euro) sowie Eigenkapitalgarantien, Double Equity
Garantiefonds und Mikrokredite.

In Zukunft werde es, so Bartenstein, zu einer Schwerpunktsetzung
auf innovative, technologieorientierte Gründungen kommen, einerseits
weil Innovation bzw. Forschung und Entwicklung große Bedeutung für
volkswirtschaftliche Entwicklung zukomme, andererseits ein hohes
Risiko des Scheiterns bestehe und zu wenig privates Kapital angeboten
werde. Die aws habe daher "JITU" entwickelt, die Förderung von
Gründung und Aufbau junger innovativer technologieorientierter
Unternehmen.

Bartenstein verwies weiters auf Projekte, die das
Wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit Unterrichts- und
Finanzministerium entwickelt hat: Das Projekt "Junior" richtet sich
im Rahmen des Schulunterrichts an die Altersgruppe 15 bis 19: Es geht
dabei um die Entwicklung einer Geschäftsidee und Gründung eines
JUNIOR Unternehmens an der Schule für die Dauer eines Schuljahres.

Mit dem Projekt "IFTE - Teaching Entrepreneurship" wurde ein
didaktisches Konzept sowie Lehrunterlagen für den
Wirtschaftsunterricht zur Förderung einer Kultur der
Selbstständigkeit und des Unternehmergeistes entwickelt.

"UNIUN" ist ein akademisches Gründungsförderungsprogramm, das
erstmals im Jahr 1999 erfolgreich durchgeführt wurde:
Universitätsabsolventen gründen Unternehmen, wobei einige Preisträger
des jährlichen "Gewinn-Jungunternehmerwettbewerbs" beim UNIUN
teilgenommen haben. 2004-2006 kam es zu 114 Neugründungen und 312
zusätzlichen Jobs.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Mag. Maria Mittermair-Weiss, Tel.: (01) 711 00-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130
mailto: [email protected]
Internet: http://www.bmwa.gv.at

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