Caritas: Langfristige Hilfe für wohnungslose Menschen

25 Jahre Hilfe für wohnungslose Menschen im Caritas-Haus St. Josef 15 Jahre mobile medizinische Betreuung durch den Louisebus

Wien (OTS) - Gleich zwei Jubiläen waren heute Thema einer Pressekonferenz mit Mag. Alexander Bodmann, Generalsekretär der Caritas Wien, Univ.Prof. Dr. Johannes Poigenfürst und Ärztin Monika Nowy.

15 Jahre mobile Caritas-Ordination Der Louise-Bus, ein Angebot der Caritas Wien, bietet Menschen medizinische Versorgung, die aufgrund von Obdachlosigkeit und den damit verbundenen psychischen und physischen Beeinträchtigungen das reguläre Angebot in Praxen und Krankenhäusern nicht in Anspruch nehmen (können). Auch ohne Krankenschein erhalten sie im Louise-Bus professionelle medizinische Versorgung. "Ich habe mir selbst ein Bild von der Arbeit gemacht und bin sehr beeindruckt, was meine Kolleginnen und Kollegen hier leisten", sagte Johannes Poigenfürst.

Zehn ÄrztInnen und ca. 35 ehrenamtliche MitarbeiterInnen betreuen an fünf Tagen in der Woche an acht unterschiedlichen Standplätzen in Wien jene, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. So ersetzt dieses Angebot jährlich für etwa 1.600 Personen den Hausarzt. Die Wiener Gebietskrankenkasse übernimmt seit 2003 einen Teil der Medikamentenkosten. Die Kosten für die eingesetzten ÄrztInnen werden vom Fonds Soziales Wien (FSW) getragen. Die Projektleitung und die Führung der Busapotheke erfolgt im Rahmen der Arbeit des Caritashauses St. Josef.

Grund zur Sorge gebe die Tatsache, "dass Menschen von der Straße, die im Krankenhaus landen, dort immer weniger willkommen sind", so Alexander Bodmann, Generalsekretät der Caritas Wien. "Weil sie mehr Verständnis brauchen, vielleicht auch mehr Unterstützung bei Alltagsverrichtungen, weil sie einfach auch mehr Zeit "kosten", ergänzt Dr. Monika Nowy, Ärztin des Louisebusses. Es dürfe einfach nicht passieren, dass kranken Menschen die Hilfe verweigert wird, weil sie nicht versichert sind und/oder keinen festen Wohnsitz haben, so Nowy. "Diese Entwicklung ist wirklich besorgniserregend, es gilt eine 2-Klassen-Medizin zu verhindern. Daher appellieren wir als Caritas heute an Politiker, aber auch an Verantwortliche in Krankenhäusern, an Ärzte und Pflegepersonal, alles in ihrer Kraft stehende zu unternehmen, um diesem Trend entgegenzuwirken", so Bodmann.

25 Jahre Haus St. Josef Seit einem Viertel Jahrhundert bietet das Haus St. Josef vielfältige Hilfe für Menschen in Not unter einem Dach. Im Wohnbereich leben derzeit 39 Frauen und Männern. Hier haben sie die Möglichkeit neu anzufangen, für einige ist das Haus St. Josef ein Ort um zur Ruhe zu kommen, meist nach vielen unsicheren Stationen und Schicksalsschlägen. Ins Tageszentrum kommen wohnungslose und verarmte Menschen, In- und AusländerInnen, um sich zu duschen oder ein günstiges Mittagessen einzunehmen. Allein im Vorjahr wurden hier 20.000 Mahlzeiten ausgegeben.

Die gestiegenen Lebensmittelpreise, aber auch die steigenden Kosten für Miete und Energie, sind für immer mehr Menschen kaum noch oder nicht mehr zu bewältigen. "Im Haus St. Josef, aber auch in anderen Einrichtungen bemerken wir, dass zunehmend Menschen kommen, die sich zwar ihre Wohnung (noch) leisten können, aber zu wenig Geld für Nahrungsmittel zur Verfügung haben", sagte Bodmannn bei der Pressekonferenz. Laut offizieller Statistik sind über eine Million Menschen in Österreich armutsgefährdet oder schon arm, ein Viertel davon sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. "Es ist ein Unrecht, dass in einem reichen Land wie Österreich immer mehr Menschen nicht wissen, ob sie lieber Strom und Heizung bezahlen oder Lebensmittel kaufen sollen, weil ihr Einkommen zur Bewältigung des Alltags einfach nicht reicht. Hier braucht es strukturelle Änderungen, hier ist die Politik gefragt", so Bodmann.

Bodmann wies auch darauf hin, dass in Wien noch immer mehrere hundert Menschen keine Wohnung, keinen fixen Heimplatz haben. Speziell für psychisch kranke Menschen, für junge Frauen und Männer mit Drogenproblemen und vor allem für Mütter mit Kinder braucht es dringend weitere Einrichtungen mit qualifiziertem Personal, appelliert die Caritas Wien an die Verantwortlichen.

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Mag.a Alice Uhl
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
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