Neues Volksblatt: "Perspektivlos" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 13. Juni 2008

Linz (OTS) - Früher war es der Wunsch der Eltern, dass es ihre Kinder besser haben. Heute wären sie oft schon froh, könnten sie sicher sein, dass es für ihre Nachkommen nicht schlechter wird. Die stetige Aufwärtsentwicklung beim Wohlstand seit dem Zweiten Weltkrieg ist heute - auf nach wie vor extrem hohen Niveau - einer Abwärtsbewegung gewichen. Immer mehr Menschen haben, siehe auch die aktuelle Sozialhilfestatistik, real immer weniger Geld zur Verfügung. Das ist das Biotop, in dem Abkehr von und Verdrossenheit mit der Politik neue Höhepunkte erfährt und Proteststimmensammler, die selbst über keine ernsthaften Gegenrezepte verfügen, ihre Triumphe feiern. Der Erfolg des Fritz Dinkhauser in Tirol von gestern ist morgen jener des Heinz-Christian Strache auf Bundesebene. Maßnahmen der Regierung gegen die Teuerung sind hier wesentlich, aber nicht das große Generalrezept gegen die verbreitete politische Missstimmung. Noch viel mehr geht es psychologisch um Perspektiven und Visionen, die Sicherheit und Zukunft signalisieren. Hier bis dato nichts geschafft zu haben, ist de facto das wirklich große Versäumnis der rot-schwarzen Koalition im Bund.

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