"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Macht und Ohnmacht"

In der SPÖ ist guter Rat teuer. Billig ist die Kritik an Parteichef Gusenbauer.

Wien (OTS) - Die Muppet-Show war eine erfolgreiche TV-Serie mit
120 Folgen. Sie wurde präsentiert von Kermit, dem Frosch, und lebte von dessen Bestreben, das Chaos auf und hinter der Bühne irgendwie zu bändigen.
Was sich seit Wochen in der SPÖ abspielt, erinnert ans Puppenspiel. Nur der Frosch fehlt. Für Parteichef Gusenbauer wählte die Süddeutsche Zeitung gestern einen anderen Vergleich: "Waidwunder Sündenbock".
Der amtierende Kanzler steht dem Durcheinander in Partei und Regierung ohnmächtig gegenüber. Jene, die Macht haben, sind ihm auch keine Hilfe.
Da stilisieren mächtige Landespolitiker die Gesundheitspolitik zur Schlüsselfrage der SPÖ; gleichzeitig blockieren sie den wichtigsten Punkt jeder Gesundheitsreform - die Modernisierung des Spitalsystems.
Da werfen rote Gewerkschafter ihrer Partei vor, sie habe zu wenig eigenes Profil; sie selbst basteln unentwegt an Kompromissen. Kopflos simuliert die SPÖ eine Grundsatzdebatte. Jeder tarnt sich, so gut er kann. Die Populisten predigen Programmtreue. Egoisten beschwören die Solidarität.
Und Gusenbauer? Viele stehen hinter ihm. Von dort werden bekanntlich die Dolchstöße geführt.

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