Neues Volksblatt: "Saubermann" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. Juni 2008

Linz (OTS) - Wenn Peter Westenthaler nicht gerade vor Gericht
steht - wie etwa gestern, als ein neues Kapitel in der Causa orange Prügelaffäre geschrieben wurde -, dann rettet er bekanntlich die österreichische Welt vor dem Bösen. Das passt denen da an den Schalthebeln der politischen Macht nicht, und darum wurde ihm, dem "unbequemen, aber ehrlichen Oppositionspolitiker" der "Politschauprozess" gemacht. Es gehe in der ganzen Sache nur darum, "den einzig ernst zu nehmenden Herausforderer der Großen Koalition politisch zu jagen und zu verleumden" (Zitate aus BZÖ-Aussendungen). Egal was bei diesem Prozess um eine Wirtshausrauferei herauskommt (selbstverständlich gilt für die Angeklagten die Unschuldsvermutung), eines bleibt: ein ernst zu nehmender Politiker wird Peter Westenthaler nicht mehr. Zu grotesk ist die ganze Angelegenheit, zu unterschiedlich die Aussagen, als dass nicht auch nach einem Urteil noch genug offene Fragen bleiben. Nicht dass es für das Polit-Geschehen in der Republik eine besondere Relevanz hätte, wer die Orangen anführt. Aber den Saubermann, der mit dem erhobenen Zeigefinger alle anderen maßregelt, braucht Westenthaler nicht mehr zu geben

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