Kirche "diskriminiert Menschen mit Behinderung nicht"

Die in den italienischen Medien verbreitete Version über die Verweigerung der kirchlichen Eheschließung für einen Querschnittgelähmten wurde von der zuständigen Diözese als "unbegründet, ungenau und mystifizierend" zurückgewiesen

Wien-Rom, 11.6.08 (KAP) Die Kirche "diskriminiert Menschen mit Behinderung nicht", betonte der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, am Mittwoch im Hinblick auf die Diskussionen über einen Fall in der italienischen Diözese Viterbo. Dort war einem 25-Jährigen die seit langem geplante kirchliche Eheschließung mit seiner Verlobten angeblich verweigert worden, nachdem er einen Autounfall erlitten hatte, durch den er querschnittgelähmt wurde. Die Pressestelle der Diözese Viterbo habe die in italienischen Medien verbreitete Version über den Vorgang als "unbegründet, ungenau und mystifizierend" zurückgewiesen und festgestellt, dass sich die Sache nicht so verhalte, wie es in den Medien dargestellt wurde, erinnerte Leitenberger.

Zugleich sei betont worden, dass die Diözese aus Gründen des "Respekts und der Diskretion" keine Gegendarstellung veröffentlichen könne. In einer Aussendung der Pressestelle der Diözese Viterbo werde ausdrücklich festgestellt, dass der konkrete Fall "weder die Eheschließung von Behinderten oder Querschnittgelähmten" noch andere Aspekte der kirchlichen Existenz von Menschen mit Behinderung betreffe. "Respekt und Diskretion" sollten auch die weitere Diskussion prägen, so Leitenberger. Wieweit der Fall in Viterbo daher mit den Voraussetzungen für eine kirchliche Eheschließung in Zusammenhang stehe, lasse sich nicht feststellen. (ende)
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