"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Die G’spritzten"

Er sei unschuldig, sagt Peter Westenthaler. Schuld ist nur der Wein.

Wien (OTS) - Stellen Sie sich vor, Sie sind dafür bekannt, nichts zu trinken. Dummerweise will eines Abends jeder mit Ihnen anstoßen. Sie tun das mit dem einen oder anderen Glaserl G’spritzten. Kein Wunder, dass Sie da nicht mehr mitbekommen, was rund um Sie passiert. Etwa eine Keilerei. Daher sagen Sie später auch, nichts gehört und gesehen zu haben. Und deswegen stehen Sie dann wegen Falschaussage vor Gericht. Würden Sie da nicht auch von einem Schauprozess reden, wie das BZÖ-Obmann Peter Westenthaler tut?
Gäbe ein roter, schwarzer, grüner oder blauer Politiker derlei Absurdes von sich, würde der Orange toben. In eigener Sache gelten für den Klubobmann andere Regeln.
Just eine Partei, die bei jeder Gelegenheit nach der Härte des Gesetzes und einem Richter ruft, hält plötzlich nichts mehr von der dritten Gewalt. Der Justiz wirft das BZÖ vor, im parteipolitischen Auftrag der SPÖ zu handeln, der Staatsanwaltschaft, Westenthalers Beweisanträge ignoriert zu haben. Konsequenterweise sieht es auch im Falle einer Verurteilung keinen Grund dafür, dass sein Chef der Politik erneut Adieu sagt.
Das hätte Peter Westenthaler längst tun sollen - auch ohne Schuldspruch.

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