Grüne Liesing: Keine Verbauung der Atzgersdorfer Friedhofsgründe

SPÖ beschließt Fortsetzung des Wiener Flächenwidmungsskandals

Wien (OTS) - Massive Kritik kommt von den Grünen Liesing zur heute im Planungsausschuss beschlossenen Umwidmung der sogenannten "Atzgersdorfer Friedhofsgründe". Sieben Jahre nach dem Wiener Flächenwidmungsskandal und einem eigenen Untersuchungsausschuss im Gemeinderat, der sich mit den dubiosen Widmungsvorgängen befasst hatte, wird nun zum vierten Mal versucht, eine der letzten großen Grünflächen in Liesing im Sinne der Wohnbauträger in Bauland umzuwidmen. "Es ist unerträglich wie hier trotz massiver Einwendungen wichtiger Planungs- und Kontrollstellen der Stadt Wien im Zuge der ersten Umwidmungsversuche politische Versprechen an stadtnahe Wohnbauträger auf Biegen und Brechen eingelöst werden", zeigt sich Georg Irsa, Klubobmann der Grünen Liesing erschüttert. "Eine Umwidmung in Bauland ist damals wie heute sachlich durch nichts zu rechtfertigen."

Bereits 1997 hatten stadtnahe Wohnbauträger aufgrund "politischer Signale" das als Grünland gewidmete Areal erworben. Seither scheiterten fieberhafte Umwidmungsversuche an den massiven Einwendungen namhafter Planungs- und Kontrollstellen im Magistrat. Vernichtende Kritik kam auch vom Wiener Kontrollamt. In dessen Bericht war von "Missbrauch des Planungsermessens", "nicht nachvollziehbarer Planungsprozessen", "Anlasswidmung zugunsten Dritter" die Rede.

Besonders ärgerlich ist für die Grünen Liesing die Tatsache, dass weiterhin von einer "sehr guten Erschließung und Versorgung" des Gebietes die Rede ist. "Weder U-Bahn noch Lebensmittelgeschäfte sind in fußläufiger Entfernung erreichbar. Hier werde erneut bewusst die Unwahrheit gesagt", so Irsa und verweist auf die Stellungnahmen anderer Dienststellen im Zuge der ersten Umwidmungsveruche. Erneut existiere keine Verkehrskonzept für die geplante Verbauung.

So bezeichnete die MA 18 (Stadtplanung) bereits im Jahr 2000 die vorgesehene Widmung als "äußerst verhängnisvoll", da dort gebaut werde, wo es "aus wichtigen stadtplanerischen Überlegungen ungünstig" sei. Auch der Fachbeirat für Stadtplanung wies darauf hin, dass der Zentralbereich von Atzgersdorf mit seinen Versorgungseinrichtungen nicht im fußläufigen Einzugsgebiet liege und auch die Buslinien zur U6 nur mit langen Fußwegen zu erreichen seien. Daraus ergebe sich eine "autoorientierte Erschließung", die den Autoverkehr fördere.

Anstatt eine der letzten großen unbebauten Flächen in Liesing zu verbauen fordern die Grünen Liesing, die Atzgersdorfer Friedhofsgründe" als große, zentrale Erholungsfläche für Liesings Bevölkerung zu erhalten. Dies entspricht auch dem Landschaftsrahmenplan für Wien, der das gesamte Areal zur Gänze als "Grünland - landschaftsgestalterische Vorrangfläche" vorsieht. Alleine die in den letzten Jahren im direkten Umfeld der Atzgersdorfer Friedhofsgründe bereits realisierten großen Wohnbauprojekte mit einem Zuwachs von über 5.000 EinwohnerInnen bringen einen zusätzlichen Bedarf an öffentlich zugänglichen Grünflächen von mind. 9 Hektar mit sich. "Wir wollen hier einen Atzgersdorfer Prater mit Erholungs- und Sportmöglichkeiten für die Liesinger Bevölkerung. Die SPÖ muss endlich die Bedürfnisse der LiesingerInnen ernst nehmen und nicht nur die Interessen von Bauträgern und Investoren", schließt Irsa.

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