MUSA zeigt Straßenfußball in Wien und anderswo

Bis 19. Juni - Um die 80 Bilder des Fotografen Luca Faccio - Freier Eintritt

Wien (OTS) - Länger als ein normales Fußballspiel, kürzer als herkömmliche Ausstellungen: "Fair Play - Fußball in Wien", eine Fotosammlung jugendlicher Käfigkicker in der Donaustadt, am Donaukanal und anderswo, ist bis 19. Juni im MUSA (Museum auf Abruf) zu sehen. Die Erklärung für die Kürze: Am 3. Juli folgt die Ausstellung "Kunst und Politik", kuratiert von Hedwig Saxenhuber. In einem Mediengespräch am Mittwoch wurde die von Lucas Gehrmann kuratierte Schau in Anwesenheit des Fotografen Luca Faccio vorgestellt. Die eigentliche Eröffnung der u.a. mit der Fotozeitschrift Eicon organisierten Schau findet am Abend in Anwesenheit von Kulturtstadtrat Andreas Mailath-Pokorny statt. Bernhard Denscher, Leiter des Wiener Kulturamtes, betonte die erfreulicherweise hohe Akzeptanz des MUSA, welches immer wieder ein "Fenster in das kreative Wien" aufzumachen verstehe.

Die Fotos des aus Genua stammenden Faccio zeigen hauptsächlich Wiener Kinder und Jugendliche tagsüber beim Fußball spielen. Die Orte sind teilweise an der Peripherie Wiens, etwa in der Hausfeldstrasse, aufgenommen worden. Sieht man genau hin, dann werden interessante Details offenbar: Während Mädchen mit ihren Schlapfen und Ballerinas dem Ball hinterher jagen, zeigen die Bilder der Buben doch eine Zug zu bekanten Marken, speziell was das Schuhzeug betrifft. Trotz dieser losen Verbindung zum "großen Geschäft Fußball" unterstreichen die fast durchgehend färbigen Bilder den simplen Spaß an der Sache. Faccio: "Alles andere ist kommerzieller Bullshit."

Literarisch ist der Wiener Käfig-Fußball, der so manches Talent beherbergt hat, etwa auch von dem Schriftsteller Heinrich Steinbach gewürdigt worden. Im Krimi "Ein dickes Fell" (München, 2006) erinnert sich die Hauptfigur Cheng an den übrigens noch immer existierenden Käfig im Wiener Stadtpark: "Hier hatte Cheng (...) seine Kindheit verbracht, im Dauerschatten hoher, dicht stehender Bäume sowie auf der weiten Fläche des harten Sportplatzes, wo man sich in idealer Weise die Knie hatte aufschlagen können. Das aufgeschlagene Knie war derart üblich gewesen, dass ein vollkommen heiles Knie, sonderbar, ja abartig angemutet hätte, in etwa wie der Blindband eines Buches. Jungs mit heilen Knien waren an diesem Ort undenkbar gewesen." Aufgeschundene Knie und Ellbogen zeigen Faccios Spielszenen und Porträts zwar nicht, dafür erinnert ein kleinerer Teil der Bilder an die dunklen Seiten von Stadien. Etwa Aufnahmen aus Kabul, wo auf besagtem Platz unter dem Taliban-Regime Frauen und Männer hingerichtet wurden. Ansonsten dokumentieren die "human interest" Bilder Faccios, dass Fußball auch zwischen Ruinen funktioniert:
Reisen des Fotografen in den Irak beweisen die Einfachheit des Spieles, wie auch die weltumspannende Begeisterung für diesen Sport, der auch sehr gut ohne Fernsehkameras, Umsatzrendite und Berichterstattung funktioniert.

o "Fair Play - Fußball in Wien" Ort: MUSA (8., Felderstrasse 6-8, neben dem Rathaus) Ausstellungsdauer: 12. - 19. Juni Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11.00 bis 18.00 Uhr Do 11.00 bis 20.00 Uhr Sa 11.00 bis 16.00 Uhr Schließtage: So, Mo + Ftg. o Details auch unter: www.musa.at

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