ÖAMTC: Öffis sind derzeit oft keine realistische Alternative zum Auto

Autokosten bei Diesel in zehn Jahren um 108 Prozent gestiegen - Entlastung muss her

Wien (OTS) - "Wir brauchen weitere Erleichterungen für Österreichs Autofahrer. Die steigenden Autokosten bringen viele Menschen an den Rand ihrer Kapazitäten", sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Wer leben will, braucht ein Einkommen und - um das zu beziehen - einen Arbeitsplatz. Wer diesen nur mit dem Auto erreichen kann, fühlt sich durch die steigenden Autokosten in seiner Existenz bedroht. "Der gerne zitierte und empfohlene Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist für viele keine realistische Alternative zum Auto", so Brandau. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage des ÖAMTC gaben zwei Drittel der Befragten an, dass sie über gar keine oder eine nur unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel verfügen. 39 Prozent arbeiten zudem außerhalb der regionalen Öffi-Betriebszeiten. "Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes ist eine wichtige, aber nur mittel- bis langfristige Maßnahme und wird außerdem niemals flächendeckend sein. Bis es zu einem spürbaren Ausbau kommt, müssen die österreichischen Autofahrer stärker entlastet werden, um der rapide steigenden Belastung der Privathaushalte entgegenzuwirken", fordert die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin.

Brandau zeigt anhand einer Gegenüberstellung der laufenden Autokosten den enormen Anstieg in den vergangenen zehn Jahren: Im Jahr 1999 kostete ein dieselbetriebener Kleinwagen (1.390 ccm Hubraum, 55 kW) bei einer angenommenen Kilometerleistung von 15.000 km im Jahr rund 737 Euro. Darin enthalten sind 563 Euro Tankkosten/Jahr, Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer in Benzin, jährliche motorbezogene Versicherungssteuer und Jahres-Mautvignette.

Im Jahr 2008 wird das gleiche Auto mindestens 1.531 Euro pro Jahr kosten, das entspricht einer Steigerung von 107,63 Prozent bei gleicher Kilometerleistung. Die Tankkosten werden alleine 1.253 Euro betragen (auf Basis des derzeitigen Dieselpreises).

Ein Benziner gleicher Größe und Stärke kostete im Jahr 1999 1.007 Euro bei einer angenommenen Kilometerleistung von 15.000 km im Jahr, darin enthalten 832 Euro Tankkosten/Jahr. Heuer wird man dafür 1.664 Euro bezahlen (inkl. Tankkosten von 1.386 Euro). Das entspricht einer Teuerung von 63,35 Prozent gegenüber dem Jahr 1999.

"Dazu haben die Preise bei einigen Lebensmitteln extrem angezogen. Im Vergleich zur Inflation sind die Löhne nur marginal gestiegen. Es ist kein Wunder, dass die Menschen in Österreich, die keine Topverdiener sind, um ihre Existenz fürchten", so die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001