Bundesarbeitskammer fordert Paket zur Stärkung der Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung (4)

Schruns (OTS) - Die Erziehung, Betreuung und Pflege von Kindern bedeuten einen hohen Aufwand an Zeit und Organisation, der zum überwiegenden Teil von Frauen getragen wird. Obwohl viele Männer angeben, gerne eine aktive Rolle als Vater einnehmen zu wollen, bewegt sich der Anteil der Väter an der Karenz seit Jahren unter 4 Prozent. Bei der Elternteilzeit wird zwar die partnerschaftliche Teilung stärker genützt, aber wenn Väter auf Widerstände bei der betrieblichen Umsetzung stoßen, neigen sie dazu, auf die Inanspruchnahme zu verzichten und arbeiten Vollzeit weiter. Frauen in der gleichen Situation verzichten typischerweise eher auf den Wiedereinstieg zum gewünschten Zeitpunkt. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer bekennt sich zu einer besseren Einbeziehung von Vätern in die Kinderbetreuung und fordert ein Paket, mit dem die Beteiligung von Vätern an der Pflege, Betreuung und Erziehung von Kindern auf mehreren Ebenen gestärkt wird.

+ Einführung des Papamonats: Väter sollen bei der Geburt ihrer Kinder den Rechtsanspruch auf vier Wochen Freistellung mit finanziellem Ausgleich und Kündigungsschutz haben. Das bietet den Männern die Gelegenheit, in den ersten Lebenswochen anwesend zu sein und die Grundlage für eine gute Vater-Kind-Beziehung zu legen.

+ Erleichterung des Zuverdienens zum Kinderbetreuungsgeld durch die Einführung einer Arbeitszeitgrenze für unselbständig erwerbstätige Eltern. Mit der Einführung einer Arbeitszeitgrenze von bis zu 24 Stunden pro Woche zusätzlich zur betragsmäßigen Zuverdienstgrenze soll es Eltern erleichtert werden, Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren. Aufgrund der im Schnitt höheren Einkommen von Männern ist eine Arbeitszeitgrenze insbesondere auch für eine höhere Väterbeteiligung wichtig.

+ Bessere Umsetzung der Elternteilzeit in Betrieben. Dazu sollte die Regierung breit angelegte Bewusstseinsbildung betreiben und den Betrieben Beratungsangebote zur organisatorischen Einbettung von Elternteilzeit legen.

+ Berücksichtigung von "Patchworkfamilien" bei der Pflegefreistellung. Bei einer Erkrankung des Kindes oder beim Ausfall der regelmäßigen Betreuungsperson sollen sowohl die leiblichen Eltern, die nicht mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben, als auch Ehegatten oder LebensgefährtInnen der Elternteile, die mit den Kindern im gemeinsamen Haushalt leben, einen Anspruch auf Freistellung haben.
(Forts.)

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