Österreichische Holzindustrie steigerte Produktion 2007 um 6,2%

Sägeindustrie verzeichnete Exportboom

Wien (AIZ) - Die österreichische Holzindustrie konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Produktionsvolumen von EUR 7,47 Mrd. absetzen, dies bedeutet eine wertmäßige Steigerung um 6,2% gegenüber dem Vorjahr. Der Produktionswert der Branche befindet sich auf einem Rekordniveau und konnte in den vergangenen zehn Jahren um beachtliche 77% erhöht werden. Dies geht aus dem soeben veröffentlichten Branchenbericht 2007/2008 hervor. Die Holzindustrie zählt rund 1.485 aktive Betriebe, davon sind rund 1.200 Sägewerke. Bedingt durch die verstärkte Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit infolge des Windwurfs Kyrill hat sich die Anzahl der Sägewerke im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Die wichtigsten Sparten der Branche sind, gemessen an der Produktion, die Sägeindustrie, der Baubereich, die Möbelindustrie, die Holzwerkstoff- und die Skiindustrie. Mit 30.799 Mitarbeitern nahm die Beschäftigtenzahl im Jahr 2007 leicht zu.

Exporte um 12,5% gesteigert

Die heimische Holzindustrie ist eine stark außenhandelsorientierte Branche. Die Exportquote entwickelt sich stetig in Richtung 75%, überproportional tragen dazu Nadelschnittholz, Leimholz, Holzwerkstoffe und Ski bei. Das Gesamtvolumen erhöhte sich dem Branchenbericht zufolge im Jahr 2007 um 12,5% auf EUR 5,55 Mrd. Mit 76,5% (EUR 4,25 Mrd.) war die EU der wichtigste Abnehmer österreichischer Holzprodukte. Insbesondere nach Deutschland und Italien wurde exportiert. Die restlichen 23,5% verteilten sich auf das übrige Europa (8,3%), die Entwicklungsländer (4,9%) und übrige Länder wie USA und Japan mit 10,3%.

Überschuss in der Außenhandelsbilanz erhöht

Die Importe von Holzprodukten haben sich im Jahr 2007 ebenfalls erhöht. Insgesamt wurden Produkte im Wert von EUR 3,02 Mrd. importiert. Dies entspricht einer Zunahme von 8,6% gegenüber 2006. Auch im Bereich der Importe ist die EU mit einem Anteil von 88,3% der wichtigste Partner. Der traditionelle Überschuss der Außenhandelsbilanz wuchs 2007 um 17,5% auf knapp EUR 2,54 Mrd. an. Im Jahr 2000 betrug der Überschuss noch EUR 1 Mrd., in den vergangenen Jahren konnte dieser also mehr als verdoppelt werden.

Der Außenhandel ist somit weiterhin ein wesentliches Standbein der österreichischen Holzindustrie. Sie ist einer der wenigen Industriezweige, die eine kontinuierlich positive Handelsbilanz aufweisen. Gemeinsam mit den anderen Bereichen der Wertschöpfungskette Holz- und Forstwirtschaft befindet sich der Außenhandelsüberschuss auf einem annähernd hohen Niveau wie beim Tourismus.

Sägeindustrie: Produktion und Umsatz 2007 deutlich gesteigert

Die Produktion der österreichischen Sägeindustrie konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die 2-Milliarden-Umsatz-Marke deutlich überschreiten, konkret waren es EUR 2,31 Mrd. Die Schnittholzproduktion stieg um 7,1% auf 11,3 Mio. m3, davon entfielen 11 Mio. m3 auf Nadelschnittholz. In den letzten zehn Jahren konnte die Produktion um ein Drittel gesteigert werden. 2007 wurden ca. 18,5 Mio. Festmeter (fm) Rundholz eingeschnitten, wobei 6,3 Mio. fm Sägerundholz importiert wurden. Zur Sägeindustrie zählen etwa 1.200 Betriebe, wobei rund 1.100 klein strukturiert sind. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigte einen leichten Rückgang der Betriebe. Die Produktion konnte jedoch stetig aufgebaut werden. Die zehn größten Betriebe erzeugen rund 65% der Gesamtmenge.

Exportboom bei Nadelschnittholz

Der Nadelschnittholz-Export nahm vor allem im ersten Halbjahr 2007 aufgrund der Mehrproduktion mit rund 7,64 Mio. m3 um 14% enorm zu. Wertmäßig bedeutet dies ein Exportvolumen von rund EUR 1,45 Mrd., was einem Plus von 20% entspricht. Nach Italien wurden 2007 erstmals in der Geschichte weniger als 60% des heimischen Gesamtexportes geliefert. Absolut entspricht das jedoch immer noch einer Steigerung um 2% mit einer Menge von 4,5 Mio. m3. Die Lieferungen auf den US-Markt reduzierten sich um über 50% auf rund 120.000 m3. Die auf diesem Markt erzielbaren Preise seien für die Produzenten nach wie vor unauskömmlich, wird vonseiten der Sägeindustrie betont.

Höchst erfreulich mit einer Absatzsteigerung von mehr als 100% war die Nachfrage speziell in den Levanteländern. Die Liefermengen in die Levante lagen bei 1,07 Mio. m3 (2006: 476.000 m3). Relativ stabil blieb das Exportvolumen am japanischen und asiatischen Markt mit knapp 384.000 m3, das Gleiche gilt für den deutschen Absatzmarkt mit rund 628.000 m3 Nadelschnittholz. Die Laubholzsägewerke konnten 2007 wie auch in den Jahren davor die Produktion leicht steigern. Die Ausfuhren nahmen hier um 4% auf etwa 189.000 m3 zu. Wertmäßig bedeutet dies ein Exportvolumen von EUR 90 Mio. (+8%).

Schnittholzimporte waren rückläufig

Bei den Nadelschnittholz-Importen konnte 2007 ein deutlicher Rückgang festgestellt werden. Insgesamt wurden rund 1,45 Mio. m3 eingeführt (-12%). Wertmäßig ergab sich eine Verringerung um knapp 2% auf EUR 291 Mio. Die Nadelschnittholzimporte aus Deutschland entsprechen knapp 50% der gesamten Einfuhrmenge. Steigerungen erreichten die Importe aus der Schweiz, aus Slowenien und Rumänien. Die russischen Lieferungen nach Österreich und in andere europäische Länder nahmen stetig ab, da vermehrt die ehemaligen Satellitenstaaten beliefert wurden. Ebenso reduzierten sich die Lieferungen aus Tschechien (-23%) und der Slowakei (-45%). Die Einfuhren von Laubschnittholz stiegen leicht um 3,5% auf 219.000 m3.

Um eine weitere Steigerung des Absatzes von Holzprodukten zu erreichen, hat die Branche zahlreiche Aktivitäten gestartet. Den konstruktiven Holzbau national wie auch international zu forcieren, zählt beispielsweise zu den Hauptaufgaben von proHolz Austria. Im Rahmen der Initiative "promo legno" wird herkunftsneutral der Werkstoff Holz in Italien beworben. Die Umsetzung des Zertifizierungssystems PEFC bleibt auch weiterhin ein wichtiges Anliegen der Österreichischen Sägeindustrie. PEFC ist das weltweit führende System mit über 200 Mio. ha zertifizierter Waldfläche innerhalb und außerhalb Europas.

Bauholzbereich verzeichnete ebenfalls deutliche Zuwächse

Die abgesetzte Produktion von Holz im Bausektor belief sich 2007 auf knapp EUR 2,5 Mrd. Dies bedeutet einen Anstieg um 6,6% gegenüber dem Vorjahr. Die Produktion von Fenstern, der bedeutendsten Sparte, wies im Berichtsjahr ein positives Ergebnis auf und stieg auf EUR 384,6 Mio. (+4,3%) an. Auch der Bereich Türen zeigte mit EUR 242,4 Mio. eine ansteigende Erzeugung (+2,7%). Im Bereich Holzfußböden gab es einen weiteren Zuwachs. Sehr erfreulich entwickelte sich im Bauholz-Sektor auch der Außenhandel, sowohl bei Fenstern und Türen als auch bei Holzfußböden wurden deutliche Exportsteigerungen erzielt.

Möbel: Nur leichte Produktionssteigerung um 1,7%

In Österreich wurden im Jahr 2007 Möbel im Gesamtwert von EUR 3 Mrd. hergestellt, das entspricht einer leichten Produktionssteigerung von 1,7%. Die Teilbranchen haben sich dabei unterschiedlich entwickelt: Der Bereich Büro- und Ladenmöbel konnte mit einem Produktionswert von EUR 503 Mio. (+9,3%) den positiven Trend des vergangenen Jahres fortsetzen. Auch bei Wohnmöbeln wurde bei einem Gesamtwert von EUR 290 Mio. ein Plus von 9,6% erzielt. Teilbereiche mit rückläufiger Produktion sind hingegen Sitzmöbel mit EUR 673 Mio. (-7,8%) sowie Küchenmöbel aus Holz mit EUR 255 Mio. (-1,8%). Ein starkes Minus wurde bei Holzmöbeln für Ess- und Wohnzimmer (-29%) sowie bei Gartenholzmöbeln (-21%) verzeichnet.

Der rückläufige Trend bei den Möbelexporten in den vergangenen Jahren wurde 2007 gestoppt. Es wurden insgesamt Produkte um EUR 1,28 Mrd. ins Ausland geliefert, das ist eine Steigerung von +11,7% gegenüber dem Vorjahr. Hauptabnehmer ist nach wie vor Deutschland, mit einem starken Exportplus von +29% (EUR 446 Mio.), gefolgt von Italien mit einem Rückgang um -1% auf EUR 153 Mio. Bei den Möbelimporten ergab sich ein Anstieg um 17,5% auf einen Gesamtwarenwert von EUR 1,29 Mrd.
(Schluss) kam

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