Stadt Wien und ARA fördern Abfallvermeidung

Sima: "Einsparungspotentiale bei Klein- und Mittelbetriebe beachtlich" - Einreichfrist noch bis zum 31. Juli 08

Wien (OTS) - Bereits zum vierten Mal unterstützt die Stadt Wien gemeinsam mit dem ARA System, der Wirtschaftskammer Österreich und dem Land Niederösterreich, heuer wieder Maßnahmen zur Abfallvermeidung. "Wir sprechen mit unserer Förder-Aktion vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen an, dort gibt es großes Potential für weitere abfallvermeidende Maßnahmen und es freut mich sehr, dass immer mehr Unternehmen Interesse daran zeigen", so Umweltstadträtin Ulli Sima. Im Umweltausschuss wurde heute die Förderung in einer Gesamthöhe von 235.000 Euro für die Jahre 08, 09 und 2010 beschlossen.****

Die Förderung beträgt bis zu 30 Prozent der abfallrelevanten Kosten, mindestens jedoch 2.000 EUR und maximal 30.000 EUR. Einreichungen sind bis 31. Juli 2008 möglich. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen, kommunale Dienststellen und Betriebe sowie Vereine, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen.

Eingereicht werden können Projekte, bei denen mit der Umsetzung zwischen 29. September 2007 und 31. Dezember 2008 begonnen wurde bzw. wird und die möglichst innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden.

Förderungswürdige Projekte zur Vermeidung gefährlicher und nicht-gefährlicher Abfälle sollten technisch und wirtschaftlich umsetzbar sein, zu konkreten Abfallvermeidungseffekten führen, ein möglichst effizientes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen und einen möglichst umfassenden Nachhaltigkeitseffekt ausüben.

Die Unterlagen für die Einreichung sind auf den Internetseiten der abwickelnden Stelle, der Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) www.publicconsulting.at/abfallvermeidung zu finden. Die KPC steht auch für Beratung bzw. Unterstützung zur Verfügung.

Welche Projekte wurden im letzen Jahr in Wien gefördert?

"Ich hoffe, dass heuer wieder viele Unternehmen ihre Projekte einreichen und auf unsere Förderung zurückgreifen", so Sima. Im letzten Jahr wurden etliche Projekte zur Abfallvermeidung gefördert, die Einsparungspotenziale sind bemerkenswert.

o Haus der Barmherzigkeit Umstellung auf Mehrweg-Dessert Ausgabe

Das geförderte Projekt des Hauses der Barmherzigkeit in Wien 16 besteht aus zwei Teilprojekten. Zum einen werden durch die Verwendung von Mehrweg-Dessertschalen jährlich 118.000 Stück Kunststoffeinwegschalen oder 7,1 t Hausmüll vermieden. Zum anderen wird durch den Ankauf von Wiener Wasserkrügen der Genuss von Hochquellwasser forciert um damit 250.000 Flaschen Mineralwasser und daraus resultierend jährlich 9 t PET-Abfälle zu vermeiden. Darüber hinaus kann vor allem durch den Umstieg auf Leitungswasser eine Transporttonnage von 328 t vermieden werden.

o Dietzel GmbH Verwertung von HFT Ausschussmaterial

Bei der Verarbeitung von HFT (d.i. halogenfrei, flammwidrig, temperaturbeständig) Materialien zu Elektro-Rohren oder Profilen fällt herstellungsbedingt eine gewisse Menge an Ausschuss an. Im Zuge dieses Projekts wird eine spezielle Misch- und Dosieranlage angeschafft. Mit dieser Anlage wird es möglich, das zerkleinerte Ausschussmaterial wieder dem Rohstoffstrom zuzuführen. Dadurch gelingt es, die jährlich anfallenden Polyefinabfälle von 11.000 kg auf 2.200 kg zu reduzieren. Weiters können dadurch jährlich rd. 6.000 l Wasser und 3.800 kWh Strom eingespart werden.

o HTL Donaustadt Trinkbecher

Mit diesem Projekt startet die HTL-Donaustadt ein Pilotprojekt zur Vermeidung von Getränkeverpackungen. Neben der Installation eines Trinkwasserbrunnens im Schulhof wird jede/jeder SchülerIn des 1. Jahrgangs einen persönlichen Trinkbecher und Informationen zum Thema Wiener Hochquellwasser bekommen. Durch dieses Projekt werden einerseits rd. 400 kg Aludosen und rd. 300 kg PET-Flaschen als Abfall vermieden, andererseits wird auch auf den gesundheitlichen Aspekt des Wassertrinkens und die Bedeutung der Flüssigkeitsaufnahme für den Lernerfolg hingewiesen.

o B&M Automatische Datenerfassung e-sign

Ziel des Projektes "e-sign" ist die elektronische Abwicklung des Schriftverkehrs. Sämtliche Kundenbelege wie Auftragsbestätigungen, Rechnungen und Lieferscheine werden anstatt wie bisher in Papierform nun elektronisch verschickt und archiviert. Dadurch kann Papier und Pappe im Ausmaß von 890 kg pro Jahr eingespart werden.

o Job-TransFair Elektronisches Archiv

Job-TransFair ist ein gemeinnütziges Integrationsleasingunternehmen, das Arbeitskräfte vermittelt. Im Zuge dieses Projektes wird die Datenbearbeitung und -archivierung von personenbezogenen Akten auf ein elektronisches Verarbeitungssystem mit dazugehörigem elektronischem Archiv umgestellt. Hierfür werden an den beiden Unternehmerstandorten zwei Scanner installiert. Die für die MitarbeiterInnen notwendigen Daten werden auf USB Sticks zur Verfügung gestellt und ersetzen die bisher verwendeten Infomappen. Um die Verarbeitung der Daten zu gewährleisten werden zwei leistungsstarke Server installiert. Durch diese Umstellung wird Papier und Pappe im Ausmaß von 1.052 kg, 166 kg Kunststofffolien und 42 kg Eisen- und Stahlabfälle (Hängeordnervorrichtungen, Ordnerklemmen) sowie 3 kg Polyefinabfälle (Ordner und Mappen) pro Jahr eingespart. Weiters kommt es zu einer Verminderung von gefährlichen Abfällen (0,5 kg Tonerfilter und ca. 10 kg Tonercartriges pro Jahr).

o MA 15 Gesundheitsweisen u. Soziales Digitale Lungenröntgenanlage

Die Magistratsabteilung 15 Gesundheitswesen und Soziales ersetzt zwei ihrer vorhandenen Lungenröntgengeräte sowie die dazu notwendigen Entwicklungsanlagen durch digitale Lungenröntgengeräte. Durch diese Maßnahme werden 1.059 kg Entwickler, 1.455 kg Fixierer, 50 kg Filmabfälle und 200 kg Papier pro Jahr eingespart. Weiters vermindert sich der Energieverbrauch durch den Einsatz der digitalen Röntgenanlagen um jährlich 7.437,6 kWh, der Wasserverbrauch reduziert sich um 25.000 Liter. Ein zusätzlicher Vorteil ist die aufgrund der sehr kurzen Belichtungszeit stark reduzierte Bestrahlung. (Schluss) vor

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