Fauler Kompromiss bei CO2-Aussstoß von Neuwagen

Greenpeace: Deutsche Autoindustrie kann weiter auf Spritsäufer setzen

Wien (OTS) - Die in Straubing zwischen der deutschen
Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Staatschef Sarkozy getroffene Einigung beim CO2-Ausstoß von Neuwagen stellt für Greenpeace einen äußerst faulen Kompromiss dar.

Diese Einigung bedeutet nichts anderes als eine Verzögerung der Umsetzung einer europäischen CO2-Richtlinie für Neuwagen von 2012 auf 2015 und damit auch einen Mehrausstoß von rund fünfzehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ab 2012 - Tendenz weiter stark steigend. Mittelfristig ist die dringend notwendige CO2-Reduktion im Verkehrsbereich damit wohl verunmöglicht worden.

"Sollte dieser deutsch-französische Kompromiss umgesetzt werden, können die CO2-Reduktionsziele der EU im Verkehrsbereich kaum mehr erreicht werden", weiß Greenpeace-Verkehrsexperte Niklas Schinerl. "Deshalb müssen sowohl Minister Pröll im EU-Rat wie auch das Europäische Parlament gegen diese Einigung stimmen", fordert Schinerl.

Im Verkehrssektor sind die CO2-Emissionen seit dem Jahr 1990 um 26 Prozent gestiegen. Um dem Klimawandel einigermaßen adäquat entgegenzutreten, muss die EU die CO2-Emissionen von Neuwagen auf 120 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2012 und auf achtzig Gramm CO2 pro Kilometer bis 2020 senken. Zusätzlich muss es entsprechende Strafbestimmungen geben, damit die Autoindustrie zur Entwicklung deutlich sparsamerer Antriebe angehalten wird.

"Mit dem nun vorliegenden Kompromiss können vor allem deutsche Hersteller wie BMW und Daimler auch in Hinkunft auf große und schwere Spritsäufer setzen, und das in Zeiten von Klimawandel und horrenden Treibstoffpreisen", schließt Niklas Schinerl.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
Niklas Schinerl, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126704

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001